Wie reagieren bei einem Angehörigen mit Demenz?

Oft fühlen wir uns hilflos, wenn ein Mensch, der uns nahesteht, an Demenz erkrankt. Wie kann ein Familienmitglied begleitet und betreut werden, das seine Selbstständigkeit verliert? Es sind verschiedene Lösungen verfügbar, um die Person im Verlauf ihrer Krankheit zu begleiten. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über Demenz, die heute viele ältere Menschen betrifft, und erhalten Empfehlungen für den Umgang mit Demenzkranken.

Réagir face à un patient atteint de démence

Welche Symptome treten bei Demenz auf?

Fällt Ihnen auf, dass eine nahestehende Person zunehmend Mühe hat, sich auszudrücken, Worte zu finden, sich an Namen zu erinnern und Gegenstände zu benennen? Stellen Sie auch fest, dass die Person wichtige Daten vergisst und einfache alltägliche Handlungen nicht mehr ausführen kann? Wirkt sie verängstigt und hat sie Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren? Oder stellen Sie noch Beunruhigenderes fest: Belügt Sie Ihr Familienmitglied, hat es Halluzinationen und Wahnvorstellungen oder scheint es alle moralischen Werte über Bord zu werfen?

All dies können Anzeichen einer Demenz sein. Allerdings gibt es verschiedene Arten von Demenz mit unterschiedlichen Symptomen: Alzheimerkrankheit, vaskuläre Demenz, Lewy-Körperchen-Demenz, frontotemporale Demenz oder auch progressive Aphasie. Zudem treten verschiedene Formen von seniler Demenz auf.

Eine Demenz ist in jedem Fall durch Sprach-, Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsstörungen gekennzeichnet.

Welche Ursachen hat Demenz?

Demenz ist eine meist irreversible Erkrankung, welche die Nervenzellen des Gehirns betrifft. Dadurch nimmt die geistige Leistungsfähigkeit allmählich ab.

Es werden zwei Demenztypen unterschieden:

  • Symptomatisch: auf eine bestimmte Krankheit zurückzuführen
  • Degenerativ: oft ohne bekannte Ursache

Demenz tritt häufig nach einem Hirnschlag auf. Sie kann jedoch auch ein Symptom einer neurologischen Krankheit (multiple Sklerose, Parkinson-Krankheit, Blutergüsse im Gehirn) oder einer hormonellen Störung (Schilddrüsenerkrankung) sein. Nach einer Vergiftung (Alkohol, Kohlenmonoxid) oder einer Infektion (Syphilis, Aids) kann ebenfalls eine Demenz auftreten. Die verbreitetste Demenzform ist die Alzheimerkrankheit, die oft ab dem Alter von 70 Jahren auftritt. Dabei handelt es sich um einen allmählichen Abbau von Nervenzellen.

Was lässt sich unternehmen, wenn jemand an Demenz erkrankt?

Ganz gleich, ob die Person schon länger oder erst seit Kurzem an Demenz leidet: Ihre Angehörigen sollten spezialisierte medizinische Unterstützung in Anspruch nehmen. Die Fachpersonen können der Familie helfen, die Krankheit besser zu verstehen, sie beraten, eine Behandlung einleiten und die Angehörigen der betroffenen Person allenfalls an eine geeignete Einrichtung verweisen.

Im Anfangsstadium der Krankheit ist es für Menschen mit Demenz durchaus möglich, mit gelegentlicher Unterstützung weiterhin zu Hause zu leben. Mit der Zeit sind sie jedoch immer mehr und regelmässiger auf Hilfe angewiesen. Für die Angehörigen ist es ein schwieriger Moment, von dieser Diagnose zu erfahren. Deshalb ist es wichtig, dass sie rasch Hilfe annehmen (medizinische Unterstützung, Hilfe zu Hause, Gesprächs- und Selbsthilfegruppen…), damit sie der betroffenen Person mit Verständnis begegnen, für ihr Wohl sorgen und geeignete Massnahmen treffen können. Selbst wenn das nicht einfach ist: Nun ist auch der Moment gekommen, um eine Patientenverfügung und ein Testament zu verfassen und die finanziellen Aspekte zu regeln.

Bei einer Demenz kann manchmal aggressives Verhalten auftreten. Bedroht die demenzkranke Person Sie oder einen anderen Angehörigen, lassen Sie sie am besten kurz allein. Kommen Sie nach einigen Minuten zu ihr zurück, wenn sie sich etwas beruhigt hat. Meist ist die Aggressivität auf eine klare Ursache zurückzuführen (die Medikamente wirken nicht mehr, die Person hat ein Bedürfnis, das sie nicht stillen kann, oder sie äussert damit ihr Unbehagen gegenüber einer Situation, die ihr nicht entspricht…).
Wichtig ist zunächst, dass Sie ruhig bleiben und Geduld aufbringen. Denken Sie immer daran: Demenz erfordert viel Verständnis!
Bedrängen Sie der demenzkranken Person nicht, lassen Sie ihr etwas Raum und fragen Sie sie ruhig und klar, was sie wütend macht. Hören Sie ihr einfach zu, ohne einen Dialog anzustreben oder ihr zu widersprechen. Zeigen Sie ihr, dass Sie sie verstehen und unterstützen, und versuchen Sie dann, eine Lösung aufzuzeigen. Sie können auch versuchen, ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu lenken, um sie von ihrem Problem abzulenken und ihr damit zu helfen, sich rascher zu beruhigen.
Fordern Sie im Notfall über die Nummer 144 möglichst rasch eine Ambulanz an.

Das Schweizerische Rote bietet zahlreiche Kurse zum Thema Demenz und Begleitung von älteren Menschen für pflegende Angehörige und für das Pflegepersonal an. Fachpersonen helfen Ihnen, die Krankheit und die Reaktionen der Betroffenen besser zu verstehen, mit ihnen zu kommunizieren und sie auch in schwierigen Situationen im Alltag zu begleiten. Hier erfahren Sie mehr über unsere Ausbildungen: