Wenn Pflegehelferinnen an ihre Grenzen stossen

Wie bei jedem Gesundheitsberuf beruht die Tätigkeit der Pflegehelferin SRK darauf, für andere Menschen da zu sein und ihnen zu unterstützen. Es ist motivierend, ältere, kranke oder Menschen mit Behinderung zu begleiten und im Alltag zu unterstützen. Doch manchmal fällt Pflegehelferinnen SRK oder pflegenden Angehörigen ihre Aufgabe zunehmend schwer. Wie kommt es dazu? Welche Anzeichen lassen sich beobachten und welche Folgen ergeben sich für die betroffene Person? Und vor allem, wie lässt sich eine solche Situation überwinden?

Gesundheitshelfer, der verärgert ist

Belastungsfaktoren im Alltag von Pflegehelferinnen SRK

Es ist menschlich bereichernd, einem oder mehreren pflegebedürftigen Menschen zu unterstützen, ihr Leben besser zu gestalten. Doch diese Tätigkeit kann auch mit Schwierigkeiten verbunden sein. Die Arbeit der Pflegehelferin ist oft körperlichen und psychologischen Belastungen ausgesetzt.

Ausserdem können die unregelmässigen Arbeitszeiten und die zahlreichen Aufgaben, die zu erledigen sind (manchmal mit engen Zeitvorgaben), zu Müdigkeit und Stress führen.

Zuweilen äussern die betreuten Personen Vorwürfe oder Beschimpfungen oder teilen gar Schläge aus. Das kann das Gefühl vermitteln, keine Anerkennung zu erhalten.

Manchmal beeinträchtigt die Häufung verschiedener negativer Aspekte die psychische Verfassung von Pflegenden so stark, dass sie zeitweise die Freude am Leben verlieren. Wie lässt sich eine solche Entwicklung erkennen und wie lässt sich gegensteuern?

Warnzeichen, die beachtet werden sollten

Auf die folgenden Symptome sollten Sie achten:

  • Starke Müdigkeit, Schlafprobleme
  • Mangelnde Geduld
  • Soziale Isolation
  • Ängste (zum Beispiel Befürchtung, seine Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen zu können)
  • Anderen nicht mehr richtig zuhören
  • Gefühl, überfordert zu sein und zu viele Informationen verarbeiten zu müssen

Es ist wichtig, auf diese Warnzeichen zu achten – nicht nur für die pflegende Person selbst, sondern auch für ihre Patientinnen und Patienten. Denn ihr Gesundheitszustand könnte sich auf die Qualität ihrer Pflege auswirken.

Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, Freundschaften mit Personen zu pflegen, die andere Berufe ausüben. Wichtig sind auch Aktivitäten ausserhalb des Berufs, um sich sowohl im Berufs- als auch im Privatleben entfalten zu können.

Es ist auch wichtig, sich regelmässig weiterzubilden. Durch das vertiefte Wissen, lernt man bei schwierigen Situationen gezielter zu handeln, z. B. Umgang mit demenzkranken Menschen oder Kinästhetik für rückenschonende Arbeiten.

Bei einem Schwächeanfall oder einem anderen gravierenden Symptom, das durch Stress und Müdigkeit ausgelöst wird, sollten Sie sich an die Notrufnummer 144 wenden.

Was tun bei Erschöpfung?

Haben Sie das eine oder andere der oben aufgeführten Symptome bei sich festgestellt? Oder lebt einer Ihrer Angehörigen in einer ähnlichen Situation? Dann beachten Sie die folgenden Ratschläge:

  • Wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt, schildern Sie die Situation und lassen Sie sich beraten.
  • Ruhen Sie sich aus, tanken Sie neue Energie und gewinnen Sie etwas Abstand von Ihrer Situation.
  • Sprechen Sie mit den Menschen, die Ihnen nahestehen, damit sie Ihre Situation verstehen und alle Hebel in Bewegung setzen können, um Ihnen zu helfen.
  • Lassen Sie sich psychologisch unterstützen: Wenden Sie sich an eine Fachperson oder an das Schweizerische Rote Kreuz, das verschiedene Angebote für pflegende Angehörige bereithält.

Ziehen Sie auch andere Personen bei, die Sie ablösen können, oder nehmen Sie externe Unterstützung für die Reinigung der Wohnung, Hilfe bei der Pflege… in Anspruch. Das SRK kann für Sie auch den Kontakt mit Freiwilligen herstellen, die bei der betreuten Person eingesetzt werden können. Ist die Person sehr stark pflegebedürftig? Allenfalls kann sie während der Zeit, in der Sie sich ausruhen, in einer spezialisierten Einrichtung betreut werden.