Resilienz im Beruf

Die einen haut der kleinste Misserfolg um, andere meistern schwere Schicksalsschläge und Lebenskrisen und gehen gar gestärkt aus ihnen hervor. Was ist der Unterschied? „Resilienz“ oder psychische Widerstandsfähigkeit. Wer beruflich besonders gefordert ist, kann seine Widerstandskraft trainieren.

© IFRC, Mirva Helenius

Woran liegt es, dass Menschen unterschiedlich auf Krisen reagieren? An der so genannten Resilienz – der Fähigkeit, Extremsituationen auszuhalten und zu bewältigen, ohne dabei auf Dauer psychisch Schaden zu nehmen. Dieser gelassene Umgang mit Schwierigkeiten ist teils angeboren, teils wird er im Verlauf des Lebens entwickelt. Untersuchungen haben ergeben, dass bestimmte Grundeinstellungen die Resilienz erhöhen:

  • Akzeptanz: Veränderungen gehören zum Leben.
  • Optimismus und Vertrauen darauf, dass Krisen zwar einschneidend sind, aber gemeistert werden können.
  • Glaube an Selbstwirksamkeit: Wer daran glaubt, dass er selber einen Einfluss hat, legt eigene Ressourcen frei.
  • Aktiv werden: Wer die Erfahrung gemacht hat, dass er eine Situation positiv beeinflussen kann, schreitet zur Tat und sucht aktiv nach Lösungen.

Pflegende sind gefordert

Wer in der Pflege arbeitet, ist bei der Arbeit besonders hohen Belastungen ausgesetzt und muss mit schwierigen Situationen klarkommen. Wie belastend der Berufsalltag ist, hängt wesentlich von den Arbeitsbedingungen und der Zusammenarbeit im Team ab. Aber auch hier gibt es Methoden, dank denen Sie sich psychisch stärken und für Krisensituationen wappnen können.

  • Netzwerk pflegen: Resiliente Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie Beziehungen und Freundschaften pflegen und sich nicht scheuen, andere um Hilfe zu bitten.
  • Realistisch bleiben: Seine eigenen Grenzen akzeptieren und schwierige Situationen objektiv betrachten.
  • Reflexion: Wer die Situation analysiert und seine Gefühle benennen kann, mobilisiert eigene Ressourcen.
  • Blick in die Vergangenheit: Jeder hat schon einmal Schwierigkeiten bewältigt. Bei der Analyse vergangener Situationen können wir eigene Stärken erkennen und auf Lösungsstrategien zurückgreifen.
  • Abgrenzen: Wer in einem belastenden Beruf arbeitet, muss besonders bewusst darauf achten, dass Beruf und Privatleben nicht ineinander übergehen.
  • Für sich selbst sorgen: Wer seine eigenen Bedürfnisse kennt und sich selbst Gutes tut, kann besser für andere da sein.

Lehrgang Pflegehelfer/-in SRK

Wussten Sie, dass Sie beim Schweizerischen Roten Kreiz einen Lehrgang für Pflegehelferinnen/Pflegehelfer besuchen können?

60 Jahre Pflegehelfer/-in – nach wie vor gefragt

Im ersten Pilotkurs des Lehrgangs Pflegehelfer/-in SRK besuchten 1958 zehn Frauen den theoretischen Unterricht bei einem Arzt und absolvierten unter der Aufsicht einer Krankenschwester ein Praktikum im Inselspital. Heute, 60 Jahre später, bildet das SRK jährlich rund 4500 Pflegehelfer/-in SRK aus, welche das anerkannte Branchenzertifikat erhalten und in Alters- und Pflegeheimen Fachpersonen in der Grundpflege und Betreuung entlasten.

Der Lehrgang Pflegehelfer/-in SRK ist eduQua-zertifiziert und bietet Wiedereinsteigerinnen eine neue sinnstiftende Tätigkeit und Migrantinnen und Migranten eine Möglichkeit, in der Arbeitswelt Fuss zu fassen.