Pflegende Angehörige: positives Denken kann in schwierigen Zeiten hilfreich sein

Wer wie Sie tagtäglich einen Angehörigen betreut, durchlebt wahrscheinlich immer wieder auch schwierige Phasen. Diese Aufgabe kann zwar sehr befriedigend sein, stellt jedoch auch hohe Ansprüche. Vielleicht fühlen Sie sich manchmal am Ende Ihrer Kräfte und zweifeln daran, ob Sie sich richtig entschieden haben. Das ist absolut verständlich. Wir empfehlen Ihnen, etwas Abstand zu nehmen, um diese Herausforderung zu bewältigen.

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Ihre Einstellung ist entscheidend

Seit Sie sich um Ihr Familienmitglied kümmern, hat sich Ihr Leben verändert. Nach einer Eingewöhnungszeit gehören die Hochs und Tiefs, die mit der Betreuung verbunden sind, nun zu Ihrem Alltag. Doch manchmal ist es schwierig, mit den Tiefs umzugehen: Wie lassen sie sich hinnehmen, bewältigen und überwinden?

Auf jeden Fall sollten Sie Probleme nicht einfach ignorieren: Sie betreffen nicht nur Sie, sondern indirekt auch Ihren Partner und Ihre Kinder.

Ausschlaggebend ist daher Ihre Einstellung: Auch wenn ein weiter Weg vor Ihnen liegt, kann es befreiend sein, wenn es Ihnen gelingt, mit Hilfe verschiedener Methoden trotz der bestehenden Schwierigkeiten weiterhin positiv zu denken. Denn wenn Sie den Eindruck haben, dass alles schief läuft, ist Ihre Einstellung der einzige Faktor, den Sie direkt beeinflussen können.

Wichtig ist vor allem, dass Sie Ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit Sorge tragen: Das ist die wichtigste Voraussetzung, damit Sie Ihren Angehörigen betreuen können!

Wie lässt sich die psychische Verfassung beeinflussen? Dazu gibt es verschiedene Methoden, die sich auch kombinieren lassen: Sie haben die Wahl! Hilfreich können beispielsweise Hypnose, autogenes Training, Yoga, Atemübungen, Meditation, sanfte Musik, Zeichnen oder Malen… sein. Mit diesen Methoden können Sie Ihre innere Ruhe wiederfinden, Zuversicht und Vertrauen ins Leben gewinnen, sich auf die Gegenwart konzentrieren und Schicksalsschläge annehmen, um sie besser zu bewältigen…

Einige Ideen und positive Gedanken…

  • Bei der Begleitung eines kranken Familienmitglieds im Alltag gelingt es dem pflegenden Angehörigen oft, die Beziehung zu dieser Person zu vertiefen oder wieder aufzubauen. Wenn Sie sich zuvor auseinandergelebt haben, kann sich die Krankheit positiv auf Ihre Beziehung auswirken. Die Pflegesituation bietet Ihnen gewissermassen eine zweite «Chance».
  • Sie sind nicht allein: Viele pflegende Angehörige haben mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen wie Sie. Treffen Sie sich mit solchen Personen und tauschen Sie sich in einer Selbsthilfegruppe aus. Dort finden Sie Unterstützung und Lösungen. Häufig ist es schon befreiend, seine Probleme auszusprechen. Das Schweizerische Rote Kreuz hält für Sie verschiedene Angebote bereit, um Sie zu unterstützen und zu entlasten.
  • Recht auf eine Auszeit: Eigentlich wissen Sie, dass Sie ein Recht darauf haben, hin und wieder abzuschalten. Doch gönnen Sie sich solche Pausen wirklich? Ein freier Tag, eine Woche Ferien… Sie haben einen Anspruch darauf. Solche Erholungsphasen sind wichtig, wenn Sie sich weiterhin unter guten Voraussetzungen um Ihren Angehörigen kümmern möchten. Sie müssen unbedingt ab und zu loslassen, um sich Zeit für sich zu nehmen, etwas aufzutanken und vor allem die Beziehung zu Ihrem Partner und Ihren Kindern zu pflegen. Sie brauchen deshalb kein schlechtes Gewissen zu haben. In Ihrer Abwesenheit können speziell ausgebildete Personen wie eine Pflegehelferin SRK Ihre Aufgaben übernehmen.

Auf der Website www.pflege-entlastung.ch des Schweizerischen Roten Kreuzes finden Sie hilfreiche Informationen und verschiedene Entlastungsangebote für pflegende Angehörige.