Das Haustier einer nahestehenden Person betreuen

Hat eine Person in Ihrem Umfeld ein Haustier, um das sie sich wegen einer Krankheit nicht kümmern kann? Ganz gleich, ob diese Erkrankung einen Spitalaufenthalt erfordert oder nicht: Bestimmt ist Ihr Verwandter oder Ihre Freundin froh, wenn Sie ihnen ein paar Wochen oder Monate lang unter die Arme greifen, damit ihr treuer Gefährte gut versorgt ist. Hund, Katze oder Goldfisch… jedes Tier ist anders, doch alle benötigen etwas Zeit und Aufmerksamkeit. Wenn Sie bereit sind, für die erkrankte Person einzuspringen, leisten Sie eine gute Tat und der vierbeinige Begleiter wird es Ihnen danken. Mit unseren Ratschlägen wird die Betreuung unter optimalen Voraussetzungen verlaufen!

Nos conseils pour s'occuper de l'animal d'un proche malade

Haustiere tun Menschen gut

Vielleicht ist es das erste Mal, dass Sie näheren Kontakt zu einem Tier haben. Sie werden rasch feststellen, dass das Tier positive Auswirkungen auf Sie hat. Natürlich ist es nicht reine Erholung, sich um ein Haustier zu kümmern. Zudem braucht es eine gewisse Organisation. Doch ein Tier kann:

  • Ihnen viel Zuneigung und Trost schenken;
  • beruhigend wirken und Stress abbauen;
  • Ihnen ermöglichen, eine Beziehung aufzubauen, und Ihre Sozialkontakte fördern;
  • Sie anregen, aktiv zu bleiben und nach draussen zu gehen;
  • Verantwortungsbewusstsein wecken.

Das gilt nicht nur für Sie selbst, sondern auch für die Personen, mit denen Sie zusammenleben (Ihren Ehepartner, Ihre Kinder): Wenn Sie ein Tier in Ihr Leben aufnehmen, auch nur vorübergehend, kann das eine sehr wertvolle Erfahrung sein!

Auf das Tier eingehen und für sein Wohl sorgen

Jedes Tier reagiert anders, wenn seine Besitzerin oder sein Besitzer nicht da ist. Auch wenn für jede Tierart einige allgemeine Ratschläge gelten, sollte vor allem der Charakter des einzelnen Tiers berücksichtigt werden. Sie werden Ihren neuen Begleiter rasch kennenlernen!

Hunde: Die oft gehörte Aussage, ein Hund habe nur ein Frauchen oder Herrchen, trifft absolut zu! Deshalb wird der Hund, den Sie betreuen werden, wahrscheinlich vor allem anfangs etwas Mühe haben, sich an sein vorübergehendes Zuhause zu gewöhnen. Selbst wenn er umgänglich ist, wird ihm seine Besitzerin oder sein Besitzer fehlen. Deshalb wird sich das Tier vielleicht absondern und schmollen. Versuchen Sie nicht, seine Traurigkeit um jeden Preis zu überwinden: Seine Reaktion ist völlig normal und Sie werden sein Frauchen oder Herrchen nie ganz ersetzen können. Dennoch können Sie eine Bindung zu ihm aufbauen: Geben Sie ihm viel Zuneigung, spielen Sie jeden Tag mit ihm, führen Sie Rituale ein und gehen Sie regelmässig mit ihm spazieren. Achten Sie darauf, Ihre Regeln von Anfang an durchzusetzen. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, den Hund zu sich zu nehmen statt ihn allein in der Wohnung Ihres Angehörigen zu lassen. Denn dort wird er sich langweilen, noch trauriger sein, stundenlang bellen und Dummheiten anstellen. Ihre Gesellschaft ist die beste Medizin!

Katzen: Katzen gelten zwar als Einzelgängerinnen. Dennoch hängen sie an der Person, mit der sie zusammenleben. Einige Katzen sind sogar sehr anhänglich! Die Katze wird durch die Veränderung bestimmt verstört sein. Deshalb ist es wichtig, sie zu den gewohnten Zeiten zu füttern und nach draussen zu lassen. Eine Katze hat das Bedürfnis, sich sicher zu fühlen und in ihrem Revier zu bleiben. Deshalb nehmen Sie sie besser nicht zu sich nach Hause. Lässt sich das jedoch nicht vermeiden, müssen Sie der Katze Zeit lassen, sich an ihr provisorisches neues Zuhause zu gewöhnen. Möglicherweise versteckt sie sich und frisst einige Tage nicht mehr. Halten Sie sie zunächst in einem Zimmer und führen Sie Ihr Leben einfach weiter, ohne das Tier zu bedrängen. Nach und nach wird es sich eingewöhnen und von sich aus auf Sie zukommen.

Fische: Es ist sehr einfach, Fische zu versorgen. Sie können das Aquarium gut zu sich nach Hause nehmen. Reinigen Sie es ungefähr alle zwei Wochen und füttern Sie die Fische täglich. Erkundigen Sie sich genau, wie warm das Wasser sein muss.

Schildkröten: Wasser- und Landschildkröten mögen keine Ortswechsel. Transporte und neue Orte bedeuten enormen Stress für sie. Deshalb gehen Sie besser jeden Tag in der Wohnung Ihres kranken Angehörigen vorbei, um die Tiere zu füttern und ihr Gehege/Terrarium zu reinigen. Informieren Sie sich auch über ihr Futter, denn ein Fehltritt könnte fatale Folgen haben: Schildkröten sind sehr empfindlich. Einige Arten (vor allem Landschildkröten) sind übrigens sehr gesucht und teuer. Deshalb besteht das Risiko, dass sie von Einbrechern gestohlen werden. Achten Sie also darauf, dass es sich nicht herumspricht, dass Sie sich um ein solches Tier kümmern. Schildkröten eher einzelgängerisch veranlagt und leiden nicht darunter, wenn ein Mensch oder ein anderes Tier nicht da ist. Die Tiere sind recht neugierig und es macht Spass, sie zu beobachten. Auch sie haben ihre Gewohnheiten, die beachtet werden sollten.

Pferde: Diese imposanten Tiere sind meist umgänglich und passen sich an jeden Menschen an. Falls dies möglich ist, können Sie täglich bei Ihrem Angehörigen vorbeigehen, um das Pferd zu füttern. Andernfalls sollte das Tier in einer Pferdestallung untergebracht werden.

Meerschweinchen, Hamster und Kaninchen: Diese kleinen Haustiere sind oft anhänglich und gesellig. Deshalb können Sie den Käfig mit dem Tier einfach zu sich nach Hause nehmen. Achten Sie jedoch darauf, den Käfig unterwegs gut festzuhalten, denn der Transport kann für diese Tiere sehr stressig sein.

Nutztiere: Schafe, Ziegen, Hühner, Esel, Kühe… diese Tiere lassen sich nur schwer an einen anderen Ort bringen und sollten deshalb in ihrem Gehege bleiben. Gehen Sie dort vorbei, um sie zu füttern und sie jeden Tag ins Freie zu lassen. Bitten Sie Nachbarn, andere Familienmitglieder oder gar Fachpersonen, Ihnen zu helfen, denn es braucht viel Zeit und Energie, Nutztiere zu versorgen.

Holen Sie bei der Tierhalterin oder beim Tierhalter auf jeden Fall alle Informationen ein, die Sie möglicherweise benötigen werden:

  • Fressgewohnheiten und Ort der Fütterung
  • Medizinische Versorgung und allfällige Tierarzttermine
  • Reinigung der Käfige, Strohlager, Gehege…
  • Charakter des Tieres…

Möglicherweise werden Sie nicht immer da sein, um das Tier zu versorgen. Deshalb sollten Sie andere Personen um Hilfe bitten, die Sie vertreten können (Nachbar, Freund, Familie…). Unterstützung können Sie auch von Fachpersonen (Tierpfleger, Tierpension…), Tierschutzvereinen oder von Jugendlichen erhalten, die Tiere hüten, um sich etwas Taschengeld zu verdienen. Für das Wohlbefinden einiger Tiere ist es wichtig, dass sie von möglichst wenigen Personen betreut werden, da sie sich sonst gestresst fühlen.

Schliesslich sollten Sie Ihr krankes Familienmitglied regelmässig über das Befinden seines Tiers informieren, zum Beispiel mit Fotos oder Videos.

Auch das Schweizerische Rote Kreuz steht pflegenden Angehörigen zur Verfügung: In unseren Kursen erhalten Sie zahlreiche Tipps für die Betreuung und Begleitung kranker Menschen!