Dank Geschichten ins Gespräch kommen

Jeder Mensch trägt seine eigene Geschichte mit sich. Deshalb spielen Geschichten auch im Pflegealltag eine Rolle. Durch Erzählen werden Erinnerungen aktiviert und Beziehungen gepflegt.

© SRK, Daniel Wietlisbach

Eine Lebensgeschichte, Erinnerungsstücke und Anekdoten: Geschichten aus dem Leben bringt jeder mit. Das freie Erzählen hingegen ist nicht allen gegeben. Mit etwas Unterstützung kann ein Dialog über Geschichten und Erlebnisse in Gang kommen. Auf diesem Weg kann das Erzählen auch in die Pflege integriert werden.

Zum Pflegen braucht es nicht nur medizinisches Knowhow, ebenso wichtig ist die Kommunikation mit den Betreuten. Geschichten können hier als Türöffner wirken und die Beziehung stärken: Wer die Lebensgeschichte des Betreuten kennt, kann ihm besser gerecht werden. Dank Geschichten gibt es genügend Gesprächsstoff, um in einen Dialog zu treten und Vertrauen zu schaffen.

Erinnerungen erhalten

Wer weiss? Vielleicht deckt das Erinnern an einzelne Erlebnisse auch Stärken des Patienten auf, die in der Gegenwart leicht übersehen werden. Wie wurden schwierige Lebenssituationen gemeistert? Was ist der Patientin wichtig im Leben? Mit Geschichten kann man das eigene Leben Revue passieren lassen und gleichzeitig Kraft schöpfen für die aktuelle Lebenssituation.

Das Erzählen und Erinnern wird speziell im Alter immer wichtiger. Das Langzeitgedächtnis nimmt an Bedeutung zu. Neue und kurzfristige Informationen hingegen werden nur noch mit Mühe verarbeitet. Besonders ausgeprägt äussert sich dies bei Menschen mit Demenz, die sich zunehmend nur noch an die Kindheit und Jugend erinnern.

Zeit und Zuwendung

Auch zur Aktivierung von betreuten Personen eignen sich Geschichten. Dies können kurze Erzählungen, Märchen, historische oder aktuelle Begebenheiten aus dem persönlichen Umfeld sein. Wichtig ist, dass sie kurz und einfach sind. Der Vorteil einer Geschichte: Sie spricht alle Sinne an, weckt Emotionen und gibt eine Basis, um zu diskutieren und den Faden weiterzuspinnen.

Damit der Fokus bleibt, kann die Geschichte anhand eines Gegenstands, eines Buchs oder eines Fotoalbums erzählt werden. So werden verschiedene Sinne angesprochen und die Aufmerksamkeit hat einen Fokus. Nonverbale Kommunikation ist wichtig: Auch wenn der Sinn einer Erzählung nicht erfasst wird oder bald wieder vergessen wird, beruhigt die Stimme und die Zuwendung, die beim Erzählen und Zuhören entsteht.

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