Angehörige mit Alzheimer-Krankheit unterstützen, schöne Erinnerungen zu bewahren

Alzheimer ist eine unheilbare degenerative Erkrankung. Doch mit einer ganzheitlichen Betreuung der betroffenen Person lässt sich der Krankheitsverlauf verlangsamen. Wichtig ist neben der medizinischen Behandlung vor allem die Begleitung durch die Angehörigen und deren Fähigkeit, der an Alzheimer erkrankten Person Anregungen zu vermitteln.

Angehörige mit Alzheimer-Krankheit unterstützen, schöne Erinnerungen zu bewahren

Auch wenn es nicht einfach ist, mit der Alzheimer-Krankheit zu leben: In gewissen Stadien ist es weiterhin möglich, ein fast normales Leben zu führen, Reisen und Ausflüge zu unternehmen und glückliche Momente zu erleben. Um die betroffene Person nicht zu frustrieren oder zu überfordern, ist es wichtig, die Aktivitäten auf den Schweregrad der Erkrankung abzustimmen.

Als pflegende oder betreuende Angehörige sollten Sie nicht zögern, sich an spezialisierte Einrichtungen zu wenden, die ein breites Angebot an Aktivitäten für Menschen mit Alzheimer bereithalten. Auch auf das Schweizerische Rote Kreuz können Sie sich verlassen, das in Ihrem Kanton Kurse für die Betreuung kranker und betagter Menschen anbietet. Schliesslich können auch Sie selbst Ihr Familienmitglied unterstützen: Mit den folgenden Aktivitäten helfen Sie der betroffenen Person, ihr Gedächtnis zu trainieren, und fördern zugleich ihr Wohlbefinden.

Ein Kochkurs oder gemeinsames Kochen

Eine hochwertige Ernährung trägt dazu bei, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Sehr empfehlenswert ist die mediterrane Ernährung, die für Menschen mit Alzheimer besonders geeignet ist. Bereiten Sie zusammen Gemüse und Fisch zu, benutzen Sie Olivenöl und verbringen Sie einen besonderen Moment mit Ihrem Angehörigen. Auch wenn die Person nicht mehr in der Lage ist, komplexere Arbeitsschritte wie das Zerkleinern der Lebensmittel, das Anbraten… zu übernehmen, kann sie mit verschiedenen Küchenutensilien hantieren, was ihre Motorik fördert.

Bilder sagen mehr als Worte

Puzzles, Fotoalben, Bildbände, Kartenspiele… Alle Aktivitäten, welche die visuelle Wahrnehmung ansprechen, sind empfehlenswert, weil sie das Erinnerungsvermögen, die Konzentration und das Verstehen fördern.

Dabei kann es darum gehen, Einteilungen vorzunehmen, Zusammenhänge zwischen Bildern herzustellen, Szenen zu beschreiben, aber auch Familienerinnerungen aufzufrischen… Achten Sie nach Möglichkeit darauf, grossformatige Bilder zu verwenden.

Kreative Aktivitäten

In diesem Bereich gibt es zahlreiche Möglichkeiten:

  • Musizieren und Singen mit Begleitung durch geeignete Perkussionsinstrumente wie Rasseln, Tamburin, Triangel, Schellen oder auch ein Klangrohr.
  • Bastelarbeiten wie Malen, Zeichnen, Kleben, Stempeln, Modellieren, Collagen… Diese Aktivitäten ermöglichen eine ruhige Beschäftigung und fördern dadurch die Konzentration und die nonverbale Kommunikation.

Körperliche Betätigung

Schon ein wenig Bewegung hilft Menschen mit Alzheimer, zur Ruhe zu finden, und fördert ihre Konzentration, ihre Motorik und ihr Selbstvertrauen. Möglichkeiten sind zum Beispiel ein Spaziergang, Dehnübungen, sanfte Gymnastik oder Bewegungen, die mit geeigneten Hilfsmitteln ausgeführt werden: Ball, Reifen, Schal… Besonders ansprechend wirkt Material in fröhlichen Farben. Sonnenlicht fördert die Bildung von Vitamin D. Deshalb ist es eine ausgezeichnete Idee, möglichst oft eine Aktivität im Freien zu unternehmen, um die Muskelleistung zu verbessern (und damit das Sturzrisiko zu verringern) und das Demenzrisiko zu senken. Denken Sie aber daran, eine geeignete Sonnencreme aufzutragen, um die Haut zu schützen. Vergessen Sie auch die Sonnenbrille und die Kopfbedeckung nicht.

Buchstabenspiele

Kreuzworträtsel, Scrabble und Anagramme sind für Menschen mit Alzheimer ebenfalls empfehlenswert, vor allem in den ersten Krankheitsjahren. Falls die Person jedoch Schwierigkeiten mit solchen Spielen hat, sollten Sie sie nicht drängen. Wählen Sie in diesem Fall eine Aktivität, die ihr mehr zusagt: Schauen Sie sich zum Beispiel zusammen eine Zeitschrift oder ein Buch an. So entmutigen Sie die Person nicht.

Gesellschaftsspiele

Jede Aktivität in einer Gruppe wirkt sich günstig aus. Allerdings ist es wichtig, dass Ihr Familienmitglied von geduldigen Personen unterstützt wird. Falls weitere Mitglieder der Gruppe an Alzheimer leiden, sollte der Schweregrad der Erkrankung bei allen etwa ähnlich sein. Damit lässt sich verhindern, dass sich die betroffene Person überfordert fühlt oder entmutigt wird. Sprechen Sie mit ihr und ermutigen Sie sie. Versuchen Sie aber nicht, sie zu stark anzutreiben, damit sie sich jederzeit wohlfühlt.

Wir hoffen, dass Ihnen diese Ideen für Aktivitäten bei der Betreuung Ihres Angehörigen helfen werden. Übertreiben Sie es aber nicht. Denn wichtig ist für die erkrankte Person vor allem, dass sie sich unterstützt und geliebt fühlt. Zögern Sie nicht, bei Bedarf Hilfe von kompetenten Fachpersonen anzunehmen, die Sie auch beraten können. Müssen Sie weggehen und können Sie in dieser Zeit nicht für Ihren Angehörigen da sein? Sie brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben: Das Schweizerische Rote Kreuz kann Besuche zu Hause bei Ihrem Familienmitglied organisieren!