Wenn die Eltern zunehmend auf Unterstützung angewiesen sind…

Früher oder später sind wir alle damit konfrontiert, dass Angehörige ihre Selbstständigkeit verlieren. Das kann verschiedene Ursachen haben: eine Krankheit, ein Unfall… Bei einer solchen psychischen und finanziellen Belastungsprobe steht Ihnen das Schweizerische Rote Kreuz zur Seite und unterstützt Sie mit verschiedenen Angeboten.

Personnes à mobilité réduites

Die Kräfte der pflegenden Angehörigen bündeln

Wenn feststeht, dass ein Angehöriger zunehmend Hilfe benötigt, sollten die Familienmitglieder zusammenspannen, um die betroffene Person psychisch zu unterstützen. Denn zu erfahren, dass eine Krankheit zu einer bleibenden Behinderung und einem teilweisen oder vollständigen Verlust der Selbstständigkeit führt, ist für die Familie, vor allem aber für die betroffene Person selbst emotional sehr belastend.

Wenden Sie sich an die Hausärztin oder den Hausarzt, an ein spezialisiertes Zentrum in einem Spital oder an eine Psychologin oder einen Psychologen. Lassen Sie sich helfen, damit die Angst, der Stress oder die Gefühle von Trauer oder Wut Sie nicht überwältigen.

Anschliessend müssen die anfallenden Aufgaben (Erledigung von administrativen Angelegenheiten, Betreuung und Pflege im Alltag usw.) unter den pflegenden Angehörigen aufgeteilt werden. Die unterstützungsbedürftige Person sollte mit diesen organisatorischen Fragen nicht behelligt werden. Zunächst geht es darum, auf die unmittelbaren Bedürfnisse einzugehen. Erst danach kann eine dauerhafte Lösung in Betracht gezogen werden, wie beispielsweise die Unterbringung in einem spezialisierten Zentrum. Zu klären sind insbesondere die folgenden Fragen:

  • Wo soll die Person künftig betreut werden: zu Hause oder in einer Betreuungsstruktur (für einen Heimeintritt bestehen teilweise sehr lange Wartezeiten)?
  • Legen Sie eine oder mehrere «Vertrauenspersonen» fest (Kontoführung, Vollmachten, Patientenverfügung).
  • Legen Sie fest, wer in der Familie was übernimmt.
  • Erkundigen Sie sich bei der betroffenen Person: Wenn sie eine Patientenverfügung erstellt hat, müssen diese Anordnungen berücksichtigt werden.

Fühlen Sie sich weder schuldig noch verpflichtet. Versuchen Sie nicht, die Aufgaben des Pflegepersonals und der Ärztinnen und Ärzte zu übernehmen.

Auf die Bedürfnisse der Eltern eingehen

Wenn Eltern immer unselbstständiger werden, verändert sich auch ihr Verhalten. Sie werden sich ihres Zustandes bewusst, ängstigen sich möglicherweise und sind vielleicht nicht mehr in der Lage, rationale Entscheidungen zu treffen. In dieser Situation sind Ihre Eltern auf Ihre Unterstützung angewiesen. Ist die hilfsbedürftige Person noch in der Lage, die anstehenden Probleme zu verstehen, sollten Sie diese mit ihr besprechen und sich nach ihren Bedürfnissen, Vorlieben und Ängsten erkundigen. Doch übertreiben Sie es nicht: Behandeln Sie Ihre Eltern nicht wie kleine Kinder, die nicht selbst die richtigen Entscheidungen treffen können.

Administrative Fragen regeln

Zusammen mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt muss abgeklärt werden, welche Unterstützung durch Fachpersonen und welche technischen Hilfsmittel erforderlich sind. Wenden Sie sich an die zuständigen Stellen in Ihrem Kanton und leiten Sie die notwendigen Schritte für eine optimale Betreuung ein.

Als Erstes muss eine Gesundheitsfachperson den Selbstständigkeitsgrad der betroffenen Person abklären. Je nach Grad der Abhängigkeit besteht ein sehr unterschiedlicher Betreuungs- und Pflegebedarf. Wichtig ist auch, dass genau geklärt wird, wie viel Unterstützung Sie bei der Begleitung der Person benötigen.

Mit dem Einverständnis der betroffenen Person die finanziellen Aspekte klären

  • Verschaffen Sie sich zusammen mit der unterstützungsbedürftigen Person einen Überblick über die finanzielle Situation.
  • Erarbeiten Sie eine Übersicht über die anfallenden fixen Kosten (Bankkonten, Kredite, Steuern…).
  • Überprüfen Sie, ob die unterstützungsbedürftige Person eine Todesfall-, Invaliditäts- oder Pflegeversicherung abgeschlossen hat.
  • Setzen Sie sich mit der Versicherung der betroffenen Person in Verbindung, um abzuklären, ob eine Pflegeversicherung oder eine Begleitung durch die Versicherung vorgesehen ist.
  • Klären Sie ab, welche finanziellen Mittel die Familie beisteuern kann (falls die hilfsbedürftige Person keine finanziellen Reserven hat).

Lassen Sie Ihr eigenes Wohlbefinden nicht ausser Acht

Ist jemand zunehmend auf Unterstützung angewiesen, übernehmen meist der Partner oder die Kinder die anstehenden Aufgaben. Die Hilfe, die sie leisten, ist sehr wichtig, aber auch anspruchsvoll. Wer einen pflegebedürftigen Angehörigen betreut, muss im Alltag unbedingt auch auf sein eigenes Wohlbefinden achten. Manchmal ist es selbst beim besten Willen sehr schwierig, die Familie, den Beruf und die zeitaufwendige Betreuung eines kranken oder unterstützungsbedürftigen Elternteils in Einklang zu bringen.

Lernen Sie unsere Lösungen für pflegende Angehörige kennen!

Bei der Betreuung Ihrer pflegebedürftigen, kranken oder behinderten Eltern können Sie auf die Unterstützung des Schweizerischen Roten Kreuzes zählen. Auf der Website www.pflege-entlastung.ch sind die Entlastungsangebote des SRK und zahlreiche nützliche Adressen zusammengestellt.