Was lässt sich gegen einen Hörverlust unternehmen?

Das Gehör ist der einzige unserer fünf Sinne, der selbst im Schlaf aktiv bleibt. Eine Abnahme des Hörvermögens kann Ihren Alltag und Ihre Lebensqualität beeinträchtigen. Die Funktionsweise des Hörorgans ist komplex und störungsanfällig. Entgegen der weitverbreiteten Annahme treten Hörstörungen nicht nur im Alter auf. Erfahren Sie hier, wie unser Gehör funktioniert, damit Sie die Symptome eines Hörverlusts besser erkennen und die Ursachen wirksam angehen können.
Perte de l'audition personnes âgées

Wie funktioniert unser Gehör?

Zunächst ist zu beachten, dass Töne nichts anderes als Schwingungen der Luft sind. Vogelgezwitscher, das Läuten des Telefons, Kinderlachen: Alle diese Geräusche verbreiten sich über Schwingungen. Jede dieser Schallwellen ist einzigartig. Dank der Fähigkeit unseres Gehörs, diese Informationen in Botschaften umzuwandeln, die für unser Gehirn verständlich sind, können wir die Töne in unserer Umgebung richtig interpretieren.

Unser Gehör besteht aus drei Teilen: Aussenohr, Mittelohr und Innenohr. Für ein natürliches, richtiges Hören müssen diese alle einwandfrei funktionieren. Die Töne gelangen in den Gehörgang und versetzen das Trommelfell und die Gehörknöchelchen in Schwingung. Diese Schwingungen werden in Form von chemischen Signalen auf den Hörnerv übertragen. Der Hörnerv wandelt diese Signale in elektrische Impulse um, die von unserem Gehirn als Töne interpretiert werden.

Welche Symptome treten bei einem Hörverlust auf?

In den meisten Fällen nimmt das Hörvermögen im fortgeschrittenen Alter langsam und zunächst unmerklich ab. Um die Symptome eines Hörverlusts bei einem Angehörigen zu erkennen und ihn unterstützen zu können, sollten Sie auf die folgenden Anzeichen achten:

  • Ihr Angehöriger hat Mühe, in einer lauten Umgebung (Restaurant, Essen mit der ganzen Familie) einem Gespräch zu folgen.
  • Im Kontakt mit Ihrem Angehörigen kommt es immer wieder zu Missverständnissen und Verwechslungen.
  • Ihr Angehöriger spricht am Telefon sehr laut. Am Fernseher oder Radiogerät stellt er die Lautstärke nach Ihrem Empfinden viel zu hoch ein.
  • Ihr Angehöriger hört bestimmte Alltagsgeräusche nicht mehr (Klingeln des Telefons, vorbeifahrendes Auto, Vogelgezwitscher, Miauen der Katze usw.).
  • Ihr Angehöriger muss «die Ohren spitzen», um einem Gespräch folgen zu können.

Trifft eines dieser Beispiele auf eine Person in Ihrem Umfeld zu, hat sie zweifellos ein Hörproblem. Suchen Sie das Gespräch mit ihr. Erkundigen Sie sich, wie sie ihren Alltag erlebt und welche Schwierigkeiten sie hat. Suchen Sie anschliessend gemeinsam nach Lösungen.

Was lässt sich bei einem Hörverlust unternehmen?

Hörprobleme können verschiedene Ursachen haben: physisches Trauma, virale oder bakterielle Infektion, Lärmtrauma (Konzert), emotionaler Schock usw.

Da die Behandlung von der Ursache abhängt, gibt es zahlreiche Möglichkeiten wie das Einsetzen eines Implantats, eine medikamentöse Behandlung oder Gehörtraining. Auf jeden Fall ist es keine Lösung, das Problem einfach zu ignorieren, die Ohren zu spitzen und zu denken, das sei eine gute Übung.

Menschen mit Hörproblemen zögern aus verschiedenen Gründen, sich ein Hörgerät zuzulegen. Viele betrachten ein Hörgerät als Zeichen des Alters. Hingegen ist das Tragen einer Brille allgemein akzeptiert, wenn das Sehvermögen im Alter abnimmt. Weisen Sie Ihre Angehörigen auf die technologischen Fortschritte hin: Hörgeräte sind heute deutlich kleiner und leistungsfähiger. Obwohl sie nach wie vor teuer sind, sollte man bei Hörproblemen nicht einfach untätig bleiben: Schwerhörige Menschen fühlen sich rasch sozial isoliert. Ein nicht diagnostizierter Hörverlust geht bei älteren Menschen häufig mit einer deutlichen Abnahme der kognitiven Fähigkeiten einher.

Falls ab dem Alter von 50 Jahren unangenehme Situationen oder Symptome auftreten, sollte der Hausarzt oder eine Ohrenärztin aufgesucht werden.

Was tun im Notfall?

Notfälle in Bezug auf das Gehör können verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen Schädelverletzungen, bei denen das Innenohr verletzt wird, oder das absichtliche oder ungewollte Einführen eines Gegenstands in den äusseren Gehörgang, durch den das Trommelfell oder die Gehörknöchelchen verletzt werden. Ein Hörsturz, d. h. ein plötzlicher Hörverlust, muss unbedingt notfallmässig behandelt werden, um irreversible Folgeschäden zu vermeiden.

Wählen Sie bei einem Notfall die Nummer 144.

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