Richtig vorgehen bei der Pflege betagter Angehöriger

Möchten Sie einen pflegebedürftigen Angehörigen im Alltag begleiten? Das Schweizerische Rote Kreuz hilft Ihnen, sich mit der Pflege und dem geeigneten Vorgehen vertraut zu machen.

Femme âgée prenant soin de ses fleurs

Die Mobilität fördern

Ist eine Person bettlägerig oder bewegt sie sich während längerer Zeit nicht, treten Kontrakturen auf, d. h. die Muskeln verkürzen sich und die Gelenke werden steif. Fordern Sie die betreute Person deshalb auf, sich so oft als möglich zu bewegen und alltägliche Tätigkeiten auszuführen, die ihre Mobilität fördern: aus dem Bett aufstehen, eine Mahlzeit zubereiten… Lassen Sie sich vom behandelnden Arzt beraten, wenn die Person nicht mehr aufstehen kann. Er kann Ihnen geeignete Übungen angeben.

Nutzen Sie auch Geräte und Produkte, die entwickelt wurden, um gebrechlichen Menschen den Alltag zu erleichtern: Rollator, Badewannensitz, Toilettenaufsatz…

Stürze verhindern

Verschiedene Gründe wie abnehmendes Sehvermögen, Nebenwirkungen bestimmter Medikamente oder eine ungeeignete Wohnumgebung führen dazu, dass ältere Menschen eher stürzen. Aufgrund der altersbedingten Gebrechlichkeit stellt jeder Sturz eine Gefahr für Ihren Angehörigen dar.

Um Stürzen vorzubeugen, können Sie die Wohnung mit einfachen Massnahmen sicherer gestalten. Stellen Sie zum Beispiel die Möbel um, um breitere Durchgänge zu schaffen, und bringen Sie Haltegriffe an, vor allem in den Nasszellen. Entfernen Sie auch Stolperfallen wie lose Kabel und Teppiche.

Wenden Sie bei einem Sturz die Erste-Hilfe-Massnahmen an, die Sie sich in den Kursen des Schweizerischen Roten Kreuzes aneignen können. Zusätzliche Sicherheit bietet Ihrem Angehörigen der Rotkreuz-Notruf, der auch in Form einer Armbanduhr verfügbar ist. Über die Alarmtaste dieses Systems kann im Notfall umgehend Hilfe angefordert werden.

Den Rücken schonen

Tragen Sie Ihrem Rücken Sorge: Er wird stark beansprucht, vor allem, wenn Sie Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen beim Aufstehen und bei der Fortbewegung helfen. Lassen Sie sich bei Bedarf von den Fachpersonen der Spitex beraten. Auch das Schweizerische Rote Kreuz bietet Kurse an, in denen Sie lernen können, rückenschonend zu arbeiten.

Schonen Sie als pflegende Angehörige Ihren Rücken, der bei der Betreuung gebrechlicher Menschen stark beansprucht wird.

Hilfe beim An- und Auskleiden

Das An- und Auskleiden einer pflegebedürftigen Person wird Ihnen leichter fallen, wenn Sie mit ihr zusammen geeignete Kleider aussuchen. Denn es gibt Kleidungsstücke, die gut aussehen (es ist wichtig, dass Sie den Kleidergeschmack Ihres Angehörigen berücksichtigen) und zugleich bequem und einfach zu öffnen sind. Meist verfügen diese Kleider über Verschlüsse, die so angebracht sind, dass sich die Person beim Anziehen nur wenig bewegen muss. Nehmen Sie sich Zeit, um der betreuten Person beim Ankleiden zu helfen. Und achten Sie darauf, dass sie bequem sitzt, bevor Sie mit dem Ankleiden beginnen.

Hilfe bei der Körperpflege

Die Unterstützung eines pflegebedürftigen Angehörigen erfordert Takt und Geduld. Denn möglicherweise fällt es der Person schwer, bei einer so persönlichen Angelegenheit wie der Körperpflege Hilfe annehmen zu müssen. Fördern Sie ihre Selbstständigkeit, indem Sie die Person unterstützen, aber nicht die gesamte Körperpflege für sie ausführen.

Jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen von Sauberkeit. Sprechen Sie mit Ihrem Angehörigen darüber. Das hilft Ihnen, seine Erwartungen und Vorbehalte zu erfassen. Zudem können Sie ihm so bei Bedarf erklären, wie wichtig die Körperpflege für das Wohlbefinden und die Gesundheit ist.

Ernährung

Vor allem wenn ein chronischer Appetitmangel besteht oder wenn Schwierigkeiten beim Kauen auftreten, kann es sehr schwierig sein, eine pflegebedürftige Person bei den Mahlzeiten zu unterstützen. Sie haben jedoch verschiedene Möglichkeiten, die Freude am Essen zu steigern:

  • Laden Sie gute Freunde der Person zu einem Essen ein.
  • Kochen Sie neue Gerichte und servieren Sie sie ansprechend.
  • Bereiten Sie die Mahlzeit gemeinsam zu, bevor Sie sich zusammen an den Tisch setzen.

Falls es Ihr Angehöriger nur kleine Portionen isst, bringt es nichts, ihm das Essen aufzudrängen. Bieten Sie ihm lieber mehrmals täglich kleine Zwischenmahlzeiten mit hohem Nährwert an.

Vergessen Sie auch das Trinken nicht: Fordern Sie Ihren Angehörigen auf, täglich 1 bis 1,5 Liter Wasser zu sich zu nehmen, um einen Flüssigkeitsmangel zu verhindern.

Celia

Über den Autor Celia

Celia (33) ist seit Dezember 2015 Redaktorin für den Blog redcross-edu. Sie hat eine Ausbildung in erster Hilfe und verfügt über grosse pädagogische Erfahrung. Sie freut sich, von ihren Erfahrungen zu berichten und Familien und Pflegepersonal Tipps und Tricks für den Alltag mit auf den Weg zu geben.

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