Nächtliche Stürze nach Möglichkeit verhindern

Rund 80‘000 Menschen über 65 Jahre stürzen jährlich, davon viele zuhause. Stürze haben im Alter häufig schwerwiegende oder sogar tödliche Folgen. Stürze führen zu Verletzungen, zum Verlust der Selbstständigkeit, zu psychischem Schock, zu einem erhöhten Risiko für einen erneuten Sturz, zu massiven Gesundheitskosten… Stürze gilt es deshalb zu vermeiden, vor allem nachts. Eine angepasste Wohnung kann dabei einen wichtigen Beitrag leisten.

Adult man walks to a bathroom at the night

Die Wohnung für die Nacht richtig vorbereiten: gute Lichtverhältnisse, hindernisfreie Durchgänge und Handläufe

Grundsätzlich sollten die Zimmer gut ausgeleuchtet sein und keine Schattenbereiche aufweisen. Die Lichtschalter sollten sich in Reichweite befinden. Zudem ist darauf zu achten, dass die Teppiche am Boden befestigt sind und dass die Bodenbeläge nicht rutschig sind. Der Boden und die Treppen müssen hindernisfrei sein: Räumen Sie die Durchgänge frei, befestigen Sie alle Stromkabel und andere Kabel an der Wand, stellen Sie Pflanzen in die Höhe… Alle Stolperfallen müssen beseitigt werden.

Um der älteren Person die Mobilität zu erleichtern, sind weitere Anpassungen sinnvoll , zum Beispiel beidseits entlang der gesamten Treppe ein Handlauf sowie ein Haltegriff  in der Toilette und in der Dusche. Unter Umständen ist es auch notwendig, das Bett oder die Toiletten zu erhöhen.

Mit dem Beizug einer Ergotherapeutin lässt sich sicherstellen, dass die Wohnung sinnvoll angepasst und sicher gestaltet ist, um vor allem nächtliche Stürze zu verhindern. Als Fachperson gibt sie auch Anregungen, wie nebst der Wohnung auch das Verhalten angepasst werden kann.

Mit einer speziellen Beleuchtung für ein sicheres Aufstehen in der Nacht sorgen

Mit verschiedenen Lösungen lässt sich zu Hause beim nächtlichen Gang zur Toilette ein unglücklicher Sturz verhindern:

  • Automatische Beleuchtung, die sich über einen Bewegungsmelder einschaltet
  • Lichtbänder am Boden
  • Leuchtschalter, die auch im Dunkeln erkennbar sind
  • Nachtlicht im Schlafzimmer, damit der Korridor gefahrlos erreicht werden kann
  • Phosphoreszierende, rutschhemmende Bänder am Rand der Treppenstufen

Das Verhalten an den Gesundheitszustand anpassen

Alle Massnahmen müssen unter Berücksichtigung des Gesundheitszustands der älteren Person getroffen werden. Vor allem die abnehmende Sehkraft, die Einnahme von schläfrig machenden Medikamenten sowie Gehstörungen (Arthrose usw.) erhöhen das Sturzrisiko.

Raten Sie Ihrem Angehörigen, nicht zu rasch aus dem Bett aufzustehen und Schuhe mit rutschfesten Sohlen zu tragen. Fällt der Person das Gehen sehr schwer, empfiehlt sich ein Nachtstuhl oder eine andere Lösung für das Schlafzimmer. So muss sie nachts nicht bis zur Toilette gehen.

Ein System wie der Rotkreuz-Notruf bietet älteren Menschen Sicherheit: Bei einem Sturz können sie mit der Alarmtaste rasch Hilfe anfordern.

In Bewegung bleiben

Wer Stürze vermeiden möchte, sollte auch auf einen gesunden Lebensstil achten. Durch regelmässige körperliche Bewegung das Gleichgewicht und die Kraft trainieren, sich ausgewogen ernähren, genügend trinken und ausreichend schlafen – all dies hilft, um gesund zu bleiben.

Um älteren Menschen die Angst vor einem Sturz zu nehmen, sollten sie lernen, alleine wieder aufzustehen: ein Bein beugen, um sich auf den Bauch zu drehen, sich auf den Vorderarmen abstützen, das gebeugte Bein nach oben führen und sich auf alle Viere begeben, sich danach auf einem stabilen Möbelstück abstützen und langsam aufstehen.

Das Schweizerische Rote Kreuz bietet Kurse für pflegende Angehörige an, speziell auch für die Begleitung von Menschen mit Demenz (erhöhtes Sturzrisiko).

Schliesslich empfiehlt es sich, die Hausärztin oder den Hausarzt über jeden Sturz zu informieren, damit geeignete vorbeugende Massnahmen getroffen werden können.