Kalte Hände, warmes Herz: das Raynaud-Syndrom

Was ist die Raynaud-Krankheit?

Das Raynaud-Syndrom wurde 1862 vom französischen Arzt Maurice Raynaud entdeckt. Es handelt sich um anfallsartige Gefässkrämpfe in den Extremitäten des Körpers, die im Kontakt mit Kälte oder bei Stress auftreten. Am häufigsten sind die Hände und Füsse betroffen, aber die Krankheit kann auch an der Nase oder den Ohrläppchen auftreten.

Durch die Minderdurchblutung verändert sich die Farbe des betroffenen Körperstelle: Sie verfärbt sich zunächst weiss, danach blau, weil das Blut nicht mehr zirkuliert, und schliesslich rot. Die Finger oder Zehen werden gefühllos; manchmal kribbeln oder schmerzen sie auch.

Das Raynaud-Syndrom kann auch nach gewissen Ereignissen (emotionaler Schock) oder bei bestimmten Tätigkeiten (Arbeit mit vibrierenden Werkzeugen) auftreten. Es kann zu Gefässschädigungen führen und Frostbeulen sowie Verletzungen der Gefässinnenwand verursachen, welche die Durchblutung beeinträchtigen.

Die Symptome der Raynaud-Krankheit:

  • Kalte oder gar eiskalte Extremitäten (meist sind die Hände und Füsse betroffen)
  • Verfärbung der betroffenen Region (von natürlichem Rosa zu Weiss), da sich die Durchblutung verringert
  • Gefühllosigkeit und Verlust der Sensibilität
  • Später kann sich der betroffene Körperteil blau verfärben, da er nicht mehr genügend Sauerstoff erhält.
  • Wenn sich die Extremitäten wieder erwärmen oder der Stress abklingt, verfärben sie sich rot. Unter Umständen treten auch ein Kribbeln, ein Pulsieren oder sogar Schmerzen auf.

Diese Anfälle können einige Minuten bis mehrere Stunden dauern.

Wie lässt sich das Raynaud-Syndrom behandeln?

Je nach Art der Krankheit bestehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Wer auf Stress reagiert, sollte lernen, besser mit Stress umzugehen. Das ist für die Behandlung der Anfälle sehr hilfreich.

Empfehlenswert ist auch eine regelmässige körperliche Aktivität: Sie wärmt den Körper auf, verbessert die Blutzirkulation und trägt zur körperlichen und geistigen Entspannung bei.

Schliesslich kann Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Medikamente verschreiben.

Das können Sie selbst tun:

  • Vermeiden Sie Verletzungen an den Fingern und Zehen und tragen Sie keinen einengenden Schmuck.
  • Benutzen Sie nur einwandfreie Geräte, wenn Sie mit stark vibrierenden Werkzeugen arbeiten.
  • Koffein wirkt gefässverengend: Trinken Sie deshalb weniger oder gar keinen Kaffee.
  • Schützen Sie sich mit warmen Kleidern vor der Kälte.
  • Geben Sie das Rauchen auf, da Nikotin die Gefässe verengt.
  • Suchen Sie möglichst rasch einen warmen Ort auf, wenn ein Anfall auftritt, damit sich der Krampf wieder löst.
  • Bewegen Sie Finger und Zehen, massieren Sie sie und kreisen Sie mit den Armen, um die Blutzirkulation zu fördern.
  • Begeben Sie sich an einen ruhigen Ort, falls der Anfall durch Stress ausgelöst wurde.

Komplikationen des Raynaud-Syndroms

Die Krankheit ist meist gutartig, kann jedoch bei einigen Personen zu Komplikationen führen. In schweren Fällen kann sie die Blutzirkulation dauerhaft beeinträchtigen und an den betroffenen Körperstellen Deformationen verursachen.

Wenn sich ein oder mehrere Blutgefässe vollständig verschliessen, können an den Finger- oder Zehenspitzen Geschwüre auftreten. Diese Wunden heilen nur sehr langsam. Im Extremfall kommt es zum Absterben des Gewebes, zu einer Verkürzung der Fingerglieder und einer eingeschränkten Beweglichkeit des betroffenen Körperteils.