Generation Sandwich: für Kinder und Eltern gleichzeitig da sein

Als Generation Sandwich werden Personen bezeichnet, deren Kinder noch nicht auf eigenen Füssen stehen und deren Eltern mit ersten Alterserscheinungen konfrontiert sind. Im Alltag ist es nicht immer einfach, den Ansprüchen dieser kleinen Welt gerecht zu werden. Nicht wenige Betroffene, die meist 40 bis 60 Jahre alt sind, gelangen dabei an ihre Grenzen.

Génération Sandwich

Eine neue Generation

Die Generation Sandwich ist durch mehrere Faktoren entstanden. Aufgrund der höheren Lebenserwartung werden die Menschen immer älter, sind aber auch zunehmend auf Hilfe aus ihrem Umfeld angewiesen. Krankheit, abnehmende Selbstständigkeit… ältere Menschen wenden sich in erster Linie an ihre Kinder, wenn sie im Alltag Unterstützung benötigen: Hilfe beim Einkaufen oder bei den Haushaltarbeiten, Fahrten zum Arzt oder Erledigung von Administrativem. Hinzu kommt, dass die Familien in den letzten Jahrzehnten immer kleiner geworden sind. Personen, die zur Generation Sandwich gehören, haben oft keine Geschwister und müssen sich daher alleine um ihre Eltern kümmern.

Die Kinder der Generation Sandwich wiederum befinden sich länger in Ausbildung und haben anschliessend Schwierigkeiten, eine feste Stelle zu finden. Ausserdem müssen sie sich mit immer tieferen Löhnen zufrieden geben. Oft wohnen sie deshalb auch nach Abschluss ihrer Ausbildung weiterhin im elterlichen Haushalt und können keine eigene Familie gründen.

Die Personen der Generation Sandwich stehen somit von zwei Seiten unter Druck. Viele sind für ihre Angehörigen da, erhalten jedoch selbst kaum Unterstützung.

Wie lässt sich ein Erschöpfungszustand vermeiden?

Als tragendes Element der Familie und Vermittlerin zwischen zwei Generationen wendet die Generation Sandwich viel Zeit für ihre Angehörigen auf. Unabhängig davon, ob sie diese Aufgabe aus Freude oder Pflichtgefühl übernehmen: Personen der Generation Sandwich sind beträchtlichem Stress ausgesetzt und laufen Gefahr, in einen Erschöpfungszustand zu geraten. Denn zusätzlich zur Hilfe, die sie für ihre Familienangehörigen leisten, stehen viele noch im Berufsleben und müssen parallel dazu auch ihre eigenen alltäglichen Aufgaben erledigen. All dies unter einen Hut zu bringen ist eine echte Herausforderung.

Die Unterstützung von Angehörigen ist zeitaufwendig. Damit treten andere Aktivitäten zwangsläufig in den Hintergrund: Ausgehen mit Freunden, Zeit für sich selbst und für die Pflege der Partnerschaft… Wie viel Zeit jemand seinen Angehörigen schenken will und kann ist eine persönliche Entscheidung. Nur die betreffende Person weiss, wo ihre Grenzen liegen. Doch nur wer seiner Gesundheit und seiner Partnerschaft Sorge trägt, kann seine Kinder und seine älter werdenden Eltern gut betreuen.

  • Der Austausch mit dem Partner ist sehr wichtig, um die Paarbeziehung zu pflegen. Wenn Sie beide sich einig sind, welche Ziele Sie anstreben und wie viel Zeit Sie für ihre Angehörigen einsetzen wollen, ist schon viel gewonnen. Ihr Partner ist ein wertvoller Verbündeter: Er kennt Sie bestens und kann Sie aufmuntern, wenn Sie Zweifel haben oder am Ende Ihrer Kräfte sind.
  • Wichtig ist auch, sich Zeit für sich selbst zu nehmen, um aufzutanken. Gönnen Sie sich regelmässig eine kleine Auszeit: Schlafen Sie aus, lesen Sie ein Buch, meditieren Sie, entspannen Sie sich oder treiben Sie Sport. So bekommen Sie den Kopf frei und können sich wieder auf sich selbst besinnen.
  • Unternehmen Sie regelmässig etwas mit Ihren Freunden und Ihrem Partner: Pflegen Sie auch Beziehungen mit Personen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden wie Sie. So werden Sie feststellen, dass alles nur halb so schlimm ist.
  • Nehmen Sie die Unterstützung von Fachpersonen in Anspruch, die Sie entlasten und sich um Ihre Angehörigen kümmern können, vor allem wenn Sie in die Ferien fahren.
  • Lernen Sie, gegenüber Ihren Angehörigen auch einmal Nein zu sagen: Das fällt Ihnen vielleicht nicht leicht, weil Sie eine Auseinandersetzung befürchten. Doch für Ihr Wohlbefinden ist es wichtig, Grenzen zu setzen. Denn unter Umständen betrachten es Ihre Angehörigen mit der Zeit als selbstverständlich, dass Sie sie im Alltag unterstützen, und wenden sich jederzeit an Sie. Auf die Dauer kann so ein Erschöpfungszustand entstehen, der Ihre psychische und körperliche Gesundheit beeinträchtigt. Da sich eine solche Belastung kaum über längere Zeit aushalten lässt, müssten Sie schliesslich die Hilfe für Ihre Angehörigen drastisch reduzieren. Für Ihre Angehörigen wäre das wohl schwierig zu verstehen, womit Konflikte vorprogrammiert wären. Scheuen Sie sich daher nicht, von Anfang an Grenzen zu setzen, um Ihre Gesundheit und die guten Beziehungen in Ihrer Familie zu bewahren.

Es verdient grosse Anerkennung, dass Sie für Ihre Familie da sind. Wir möchten, dass Sie diese Aufgabe bestmöglich wahrnehmen können. Das Schweizerische Rote Kreuz steht Ihnen zur Verfügung und unterstützt Sie bei der Betreuung Ihrer Angehörigen!