Mehr Gelassenheit, weniger Appetit: Im Alter gibt es einige Dinge, die sich nach und nach verändern. Die gute Nachricht: Wer sich ausgewogen ernährt, muss nur wenig anpassen, um gesund zu altern. Mit den folgenden Tipps erhalten Sie sich den Appetit im Alter.

©SRK, Ruben Ung

„Ich habe einfach keinen Appetit mehr“, stellen viele ältere Menschen fest. Pflegende Angehörige stellen sich die Frage, wie der Betreute gesund bleibt und die Motivation am Essen gefördert werden kann.

Dass die Lust am Essen im fortgeschrittenen Alter abnimmt, ist eine natürliche Entwicklung und meist kein Grund zur Sorge. Die Bewegungen von älteren Menschen werden langsamer, ihre Körperfunktionen verändern sich. Der Körper produziert beispielsweise weniger Speichel, der für den Appetit eine wichtige Rolle spielt. Auch der Geruchs- und Geschmackssinn, mit dem wir Lebensmittel wahrnehmen, wird schwächer. Probleme mit den Zähnen haben zur Folge, dass die Zubereitung von Speisen angepasst werden muss. Appetit und Durstgefühl gehen im Alter generell zurück. Dies geht einher mit einem sinkenden Energiebedarf.

Neben dem Alter können auch Depression und manche Krankheiten oder Nebenwirkungen von Medikamenten Ursache für reduzierten Appetit sein. Sprechen Sie deshalb mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie sich nicht zum Essen motivieren können. Bei einem drastischen Gewichtsverlust müssen Sie eine medizinische Fachperson konsultieren.

Gesund ernährt im Alter

Wegen weniger Bewegung braucht es im Alter weniger Energie, nicht aber weniger Vitamine und Nährstoffe. Gemüse und Früchte und Vollkornprodukte sind notwendig, damit der Körper gut versorgt ist. Eiweiss – in Form von Milchprodukten, Hülsenfrüchten, Tofu, Fleisch und Fisch – hilft, die Funktion von Knochen und Muskeln zu erhalten. Wer darauf achtet, dass die Nährstoffe im Essen ausreichend enthalten sind und genügend Flüssigkeit trinkt, kann durchaus weniger essen als in jungen Jahren.

Was aber kann man unternehmen, wenn ganz einfach die Lust am Essen fehlt? Mit einfachen Ritualen und Anpassungen im Alltag fällt es leichter:

  • Kleine Portionen über den Tag verteilt essen fällt leichter und belastet die Verdauung weniger.
  • Pflegen Sie Sozialkontakte. Essen in Gesellschaft macht mehr Freude. Schliessen Sie sich einem Mittagstisch an, besuchen Sie Bekannte oder ein Restaurant.
  • Auch wenn Sie allein leben und für sich kochen: Pflegen Sie Routinen und essen zu festgelegten Zeiten.
  • Um das essen nicht zu vergessen, koppeln Sie es mit anderen Tätigkeiten: zu einer bestimmten Fernsehsendung, nach dem Spaziergang oder Einkauf, zu bestimmten Tageszeiten.
  • Verwöhnen Sie sich selbst. Das schöne Geschirr, spezielle Servietten oder Dekoration dürfen raus auf den Tisch. Sie erfreuen Auge und Sinne und machen die Mahlzeit zu einem Erlebnis.
  • Um genügend zu trinken, stellen Sie sich Ihr Lieblingsgetränk gut sichtbar auf den Tisch. Gesunde Snacks dürfen Sie ebenfalls jederzeit zu sich nehmen.
  • Lebensmittel in verschiedenen Farben, kräftige Gewürze und Kräuter regen den Appetit an. Wenn der Geruchs- und Geschmackssinn zurückgeht, dürfen Sie ruhig kräftiger würzen.
  • Passen Sie Ihre Einkaufsgewohnheiten an. Lassen Sie sich frische Lebensmittel von Bekannten oder einem Lieferservice bringen. Stellen Sie zwischendurch um auf kalte Mahlzeiten oder
  • Fertigprodukte, wenn das Kochen zu aufwändig wird.

Und zu guter Letzt: Gehen Sie raus an die frische Luft! Die beste Medizin für gesundes Altern ist Bewegung – auch in Bezug auf den Appetit. Wer sich regelmässig bewegt, regt auf natürliche Weise den Appetit an und steigert die Freude am Essen.

Betreuung und Pflege von Angehörigen

Wer von uns möchte im Alter oder bei Krankheit nicht möglichst lange in der vertrauten Umgebung bleiben? Dieser Wunsch bleibt auch dann, wenn Beschwerden und Krankheiten zunehmend Einschränkungen im Alltag bringen. Unsere Kurse richtet sich an Personen, die Pflege und Betreuung ihrer Angehörigen zu Hause übernehmen oder übernehmen möchten.