Alles über basale Stimulation erfahren

Basale Stimulation ist eine Form von Kommunikation, die auf Sinneserfahrungen beruht. Dank ihr können Menschen, die schwerst pflegebedürftig sind, sich selbst spüren und ihre Umwelt besser verstehen. Erfahren Sie mehr über dieses Konzept, das erst vor wenigen Jahrzehnten entwickelt wurde…

Was ist basale Stimulation?

Basale Stimulation bietet eine Möglichkeit, Menschen mit einer Beeinträchtigung zu unterstützen. Entwickelt wurde dieses Konzept in den 1990er-Jahren von Andreas Fröhlich, einem deutschen Professor für Pädagogik. Es beruht auf psychologischen und neurologischen Erkenntnissen zur menschlichen Entwicklung. Über Sinneserfahrungen wird den betroffenen Personen ermöglicht, ihre Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Bewegungsfähigkeiten zu entwickeln.

An wen richtet sich die basale Stimuation?

Ursprünglich wurde die basale Stimulation für mehrfachbehinderte Kinder konzipiert und entwickelt. Heute wird sie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit eingeschränkter Selbstständigkeit eingesetzt. Das können beispielsweise betagte Menschen, Menschen mit einer Demenzerkrankung wie Alzheimer, Menschen im Koma oder Wachkoma oder Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung sein.

Bei diesen auf Hilfe angewiesenen Personen bestehen fast immer Einschränkungen in allen Bereichen der Entwicklung: Sie haben Schwierigkeiten beim Bewegen, bei der Wahrnehmung, beim Spracherwerb oder auch bei der Kommunikation.

Mit basaler Stimulation lassen sich die Fähigkeiten pflegebedürftiger Personen fördern.

Worum geht es konkret?

Die basale Stimulation lässt sich sowohl zu Hause als auch im Heim anwenden. Dank diesem Konzept kann die betroffene Person:

  • lernen, sich selbst und ihre Umgebung zu erkunden;
  • ihre Beweggründe ausdrücken;
  • im gegenseitigen Miteinander dialogisch handeln;
  • grundlegende Erfahrungen im Bereich der Wahrnehmung, der Bewegung und der Kommunikation machen. Zum Beispiel werden der Person verschiedene alltägliche Geruchserlebnisse geboten, um die Atmung zu fördern und das Geruchsgedächtnis zu trainieren.

Bei schwerbehinderten Menschen übernehmen die Eltern oder das Betreuungspersonal zahlreiche alltägliche Aktivitäten: Fortbewegung, Ernährung oder auch die Körperpflege. Dabei kann die basale Stimulation eingesetzt werden. Zum Beispiel kann beim Duschen ein nasses Handtuch um den Körper gelegt werden, durch welches das Wasser strömt. Dank dieser Technik kann die Person ihre Körperhülle spüren. Zugleich wird damit ihr ein Gefühl von körperlicher und psychischer Sicherheit vermittelt. Es ist auch wichtig, bei der Körperpflege unterschiedliche Materialien (Waschhandschuh, Duschgel, Seife) einzusetzen, um die Sinneswahrnehmungen zu fördern.

Möchten Sie sich in die basale Stimulation einführen lassen? Wenden Sie sich an das Schweizerische Rote Kreuz, das Kurse für pflegende Angehörige und für das Pflegepersonal anbietet.