Ältere Angehörige bei der Medikamenteneinnahme unterstützen

Oft müssen Seniorinnen und Senioren eine Vielzahl von Medikamenten einnehmen. Doch viele von ihnen haben Mühe, sich genau an die ärztliche Verordnung zu halten. Damit ältere Menschen ohne Probleme zuhause leben können, ist es wichtig, dass sie ihre Medikamente korrekt einnehmen. Wie können ihre Angehörigen sie dabei unterstützen?

Boîte de médicaments

 

Die Gründe verstehen

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb Menschen im Alter ihre Medikamente nicht einnehmen. Wer diese Gründe versteht, kann ältere Menschen besser unterstützen. Besonders häufig werden Medikamente aus den folgenden Gründen nicht eingenommen:

  • Vergessen: Etwa 75% der älteren Menschen haben Probleme mit dem Gedächtnis.
  • Depression: Einsamkeit, der Tod des Ehepartners oder auch die abnehmende körperliche und geistige Leistungsfähigkeit können bei älteren Menschen eine Depression auslösen. Die damit verbundene Antriebslosigkeit hat zur Folge, dass die Medikamente nicht mehr eingenommen werden. Oft äussert die Person den Wunsch zu sterben.
  • Angst, noch kränker zu werden: Die Nebenwirkungen, die auf den Beipackzetteln aufgeführt sind, können Betroffene verunsichern oder sie gar davon abhalten, die Medikamente einzunehmen.
  • Verwechslung von zwei Medikamenten: gleiche Form, gleiche Grösse, gleiche Farbe… es kommt immer wieder vor, dass Medikamente miteinander verwechselt werden.
  • Psychische Erkrankungen (Schizophrenie, bipolare Störung usw.): Liegt eine solche Erkrankung vor, sind die Betroffenen darauf angewiesen, dass ihnen eine andere Person (Angehörige, Pflegepersonal usw.) die Medikamente verabreicht.

Im Alter fällt es vielen Menschen schwer, ihre Medikamente korrekt einzunehmen – meist weil sie diese vergessen.

Den Umgang mit Medikamenten verbessern

Klären Sie also ab, aus welchem Grund die Medikamente nicht zuverlässig eingenommen werden. Danach wird es Ihnen leichterfallen, Ihr Familienmitglied auf das Thema anzusprechen und Lösungen zu finden, damit die Medikamente korrekt eingenommen werden.

Wenden Sie sich an den behandelnden Arzt, der Ihnen weiterhelfen kann: Er kann das Thema mit seinem Patienten taktvoll ansprechen und ihm gut zureden. Zudem kann der Arzt ein einfaches Merkblatt erstellen, auf dem er zum Beispiel die Namen der freiverkäuflichen Medikamente notiert, die gemieden werden sollten. Verschreibt der Arzt Generika, sollte er auch den Namen der Originalpräparate angeben.

Bei Bedarf kann auch eine Pflegefachperson nach Hause kommen, um die Medikamente vorbeizubringen, um sie zu verabreichen oder um zu kontrollieren, ob sie tatsächlich eingenommen wurden.

Wenden Sie sich möglichst rasch an den behandelnden Arzt, wenn Sie vermuten, dass eine Depression besteht. Helfen Sie Ihrem Angehörigen, sich nicht völlig zurückzuziehen. Organisieren Sie Aktivitäten mit ihm. Sie können ihn auch bei einem Seniorenclub anmelden, der regelmässig Anlässe, Reisen und Begegnungen organisiert.

Übrigens bietet das Schweizerische Rote Kreuz einen Kurs für den sicheren Umgang mit Medikamenten an. In dieser Ausbildung wird allen interessierten Personen viel Wissenswertes vermittelt.

Den Alltag mit Hilfsmitteln erleichtern

Verschiedene praktische Hilfsmittel können Ihrem Familienmitglied den Umgang mit Medikamenten erleichtern:

  • Medikamentendosierer: In die verschiedenen Fächer, über die dieser Behälter verfügt, können die Medikamente entsprechend dem Zeitpunkt gelegt werden, an dem sie eingenommen werden müssen. Neben Tagesdosierern (Morgen, Mittag, Abend, Nacht) sind auch Wochendispenser und spezifische Dosierer erhältlich. Einige sind mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet: Tonsignal/Vibration, um die ältere Person an die Medikamenteneinnahme zu erinnern; Digitalanzeige (Uhr, Anzahl einzunehmende Tabletten usw.).
  • Greifzange: Damit können ältere Menschen eine zu Boden gefallene Tablette aufheben, ohne sich bücken zu müssen.
  • Tablettentrenner: Mit diesem kleinen Gerät lassen sich grosse Tabletten zerkleinern, damit sie besser eingenommen werden können. Es ist vor allem für Personen empfehlenswert, die Angst haben, an grossen Tabletten zu ersticken, oder die Schwierigkeiten beim Schlucken haben.
  • Tablettenmörser: Auch dieses Hilfsmittel eignet sich für Personen, die Mühe haben, Tabletten zu schlucken. Mit dem Mörser lassen sich die Tabletten fein mahlen, damit sie anschliessend mit etwas Wasser oder Essen gemischt werden können.