Wie lassen sich Verbrennungen in der Küche verhindern?

Verbrennungen können ein ganzes Leben verändern. Und niemand ist vor ihnen gefeit. Hier finden Sie verschiedene Tipps, wie Sie sich und Ihre Familie schützen können. Lernen Sie auch, wie Sie bei einer Verbrennung Erste Hilfe leisten können.

Enfant dans cuisine

Kinder von der Küche fernhalten

Drehen Sie die Griffe von Pfannen und Töpfen auf dem Herd nach hinten. Doch das reicht nicht immer, um Verbrennungen zu verhindern: Kann ein etwas zu neugieriges Kind das Kochfeld erreichen, steckt es seine Hand möglicherweise direkt in die Pfanne und deren Inhalt ergiesst sich über das Kind.

Deshalb schliessen Sie beim Kochen am besten die Türe, um Kinder, vor allem Kleinkinder, von der Küche fernzuhalten. Haben Sie niemanden, der in dieser Zeit auf die Kinder aufpassen kann? Dann fordern Sie sie auf, sich hinzusetzen und zu beschäftigen (zum Beispiel mit einem Spiel).

Pfannen und Töpfe

Wenn immer möglich sollten Sie einen Deckel auf Ihre Pfannen legen, um Spritzer von heissen Saucen zu vermeiden. Heben Sie den Deckel mit einem Topflappen, um sich nicht am entweichenden Dampf zu verbrühen.

Je nach Material können sich auch die Griffe von Töpfen erhitzen und zu Verbrennungen führen. Besorgen Sie sich Überzüge aus weichem Silikon, die auf die Griffe Ihrer Töpfe und Pfannen passen, um sich zu schützen.

Auch mit selbstabschaltenden Gaskochplatten oder einem Induktionskochfeld können Sie die Gefahr von Verbrennungen verringern. Eine weitere Möglichkeit ist, die Kochplatten mit isolierenden Herdabdeckplatten zu versehen.

Backofen

Sehr praktisch sind kindersichere Backöfen: Bei diesen ist die Türe automatisch verriegelt, wenn das Gerät eingeschaltet ist. Zudem bleibt sie kalt, auch wenn der Ofen in Betrieb ist.

Bei einem konventionellen Backofen lässt sich ein Schutzgitter anbringen, das verhindert, dass sich ein Kind beim Berühren der Türe Verbrennungen zuzieht.

Weitere Tipps

Wir empfehlen Ihnen, neben dem Backofen und dem Kochherd auch auf die folgenden Punkte zu achten:

  • Prüfen Sie die Temperatur von Flüssigkeiten, die Sie in der Mikrowelle erhitzt haben: Denn der Inhalt eines kalten Behälters kann siedend heiss sein.
  • Kontrollieren Sie die Temperatur des Wassers beim Austritt aus dem Hahn.
  • Ziehen Sie bei Ihren Haushaltgeräten den Stecker heraus, nachdem Sie sie benutzt haben, und versorgen Sie sie ausserhalb der Reichweite der Kinder.
  • Kontrollieren Sie Gasflaschen und den Zustand von Gasleitungen.

Sensibilisieren Sie Ihre Kinder von klein auf für die Gefahren, die im Haushalt lauern.

27% der Verbrennungen passieren in der Küche, dem gefährlichsten Raum des Hauses.

Verbrennungstypen

Grundsätzlich werden zwei Arten von Verbrennungen unterschieden:

Einfache, nicht lebensbedrohliche Verbrennungen

Dabei handelt es sich höchstens um Verbrennungen zweiten Grades, die bei Erwachsenen weniger als 15% und bei Kindern weniger als 8% der Körperoberfläche betreffen. Durch eine rasche Behandlung lassen sich die gesundheitlichen Folgen auf ein Minimum beschränken.

Schwere Verbrennungen

Diese Verbrennungen sind ausgedehnter: verbrannte Körperoberfläche von mehr als 15% bei Erwachsenen und mehr als 8% bei Kindern. Sie sind lebensbedrohlich und stellen einen Notfall dar. Bei Bedarf muss eine möglichst rasche Reanimation sichergestellt werden.

Was tun bei Verbrennungen?

Erste Hilfe bei einfachen Verbrennungen

Bei einer einfachen Verbrennung können Sie sich an die folgende Faustregel halten:

  • Mit ca. 15°C kaltem Wasser kühlen
  • Während 15 Minuten
  • Mit einem Abstand von 15 cm zur Haut

Sobald eine Verbrennung die Grösse eines Handtellers aufweist, muss ein Arzt aufgesucht werden.

Vorgehen bei einem Notfall

Liegt eine schwerere Verbrennung vor, decken Sie sie mit einem sauberen Tuch ab und alarmieren Sie den Rettungsdienst:

  • Internationale Notrufnummer: 112
  • Sanitätsnotruf: 144