Wasserunfälle verhindern

An heissen Sommertagen entspannen wir uns gerne im Schwimmbad oder am Meer. Damit die Ferien mit der Familie zu einem schönen Erlebnis werden, sollten Sie vor allem Kinder unter zwölf Jahren in Wassernähe immer im Auge behalten. In diesem Beitrag finden Sie verschiedene Tipps, wie Sie Gefahren vorbeugen und Wasserunfälle vermeiden können.
Dangers eau enfant

Den eigenen Swimmingpool absichern

Kleine Kinder vergnügen sich gerne am und im Wasser.

Doch manchmal entwickelt sich schon bei einer kurzen Unaufmerksamkeit der Eltern eine dramatische Situation. Sorgen Sie deshalb bei privaten Swimmingpools für die notwendigen Vorrichtungen, um die Sicherheit der ganzen Familie zu gewährleisten. Einige Einrichtungen sind übrigens vorgeschrieben.

  • Rund um den Pool eine mindestens 1,1 m hohe Abschrankung mit Zugangstür
  • Alarmsystem, das bei einem Sturz in den Pool warnt
  • Kinderarmband zum Schutz vor dem Ertrinken
  • Gesicherte und belastbare Plane oder Abdeckung (aufrollbare Poolabdeckung, Poolgitter, Winterplane)
  • Schutzdach für Schwimmbecken oder Aufstellpool

Möglichst früh schwimmen lernen

Auch Babys können schon schwimmen lernen! Bereits ab dem Alter von vier Monaten kann ein Kind spielerisch mit dem Element Wasser vertraut gemacht werden. Alle Säuglinge verfügen über einen angeborenen Schwimmreflex: Sie strampeln mit den Armen und Beinen, sobald sie im Wasser sind. Wenn sie vollständig ins Wasser eintauchen, schliessen sie reflexartig den Mund, damit kein Wasser in die Lunge gelangt. Babys sollten möglichst früh an das Wasser gewöhnt werden. Allerdings wird empfohlen, sie erst nach den Impfungen im zweiten, dritten und vierten Lebensmonat ins Schwimmbad mitzunehmen. Durch den frühzeitigen Kontakt mit dem Wasser kann das Kind seine motorischen Reflexe entwickeln. Damit fördern Sie die Bewegungskoordination und die psychomotorische Entwicklung Ihres kleinen Lieblings. Empfehlenswert sind spezielle Baby- und Kinderschwimmkurse, die in warmen Schwimmbecken durchgeführt und von Fachpersonen geleitet werden.

Welche Ausrüstung wird zum Schwimmen benötigt?

Kleine Kinder brauchen zum Schwimmen nicht viel, eine Grundausrüstung reicht.

  • Badehose
  • Badekappe
  • Schwimm- oder Tauchbrille
  • Schwimmweste oder aufblasbare Weste
  • Schwimmgürtel
  • Aufblasbarer Schwimmring
  • Schwimmflügel (aufblasbar oder aus Styropor)
  • Schwimmsitz für Babys

Das Kind auf die Gefahren aufmerksam machen, die im Wasser bestehen

Wasser übt auf Kinder eine starke Anziehungskraft aus und sorgt bei Eltern zu Recht für Unruhe. Kinder müssen unbedingt für die Risiken sensibilisiert werden, die mit dem Baden verbunden sind – sei es im Meer, in einem See, in einem öffentlichen Schwimmbad oder einem privaten Swimmingpool.

Einige einfache Tipps:

  • Weisen Sie Ihr Kind auf die Gefahren hin, die am und im Wasser lauern.
  • Verbieten Sie Ihrem Kind, in die Nähe des Pools zu gehen, wenn Sie nicht da sind.
  • Verbieten Sie Ihrem Kind, unmittelbar am Pool zu spielen.
  • Halten Sie einen Rettungsring, eine Rettungsstange und ein Telefon bereit.
  • Ziehen Sie Ihrem Kind Schwimmflügel an und behalten Sie es beim Baden im Auge.
  • Begleiten Sie Kleinkinder in den Pool und bleiben Sie bei ihnen, bis sie wieder aus dem Wasser steigen.
  • Lassen Sie Kinder nur während einer bestimmten Zeit im Wasser.
  • Verringern Sie die Gefahr eines Temperaturschocks, indem Sie grosse Temperaturunterschiede zwischen der Luft und dem Wasser möglichst vermeiden.

Gefahren vorbeugen

Es ist sehr wichtig, dass Sie selbst möglichst weitgehende Vorsichtsmassnahmen treffen. Richtig schwimmen lernt Ihr Kind erst im Alter von fünf bis sechs Jahren. Deshalb raten wir Ihnen dringend, immer in der Nähe Ihres Kindes zu bleiben, solange es im Wasser ist. Bei einem Badeunfall lassen sich mit raschen Erste-Hilfe-Massnahmen irreversible Folgen vermeiden. Befolgen Sie unsere Ratschläge, damit es gar nicht erst so weit kommt:

  • Entfernen Sie alle auf dem Wasser schwimmenden Spielzeuge, die Kinder anlocken könnten.
  • Sichern Sie den Pool nach dem Baden mit der Plane, der Abdeckung oder der Zugangstür.
  • Schalten Sie den Alarm ein.
  • Sorgen Sie für einen angemessenen Unterhalt Ihres Swimmingpools (kein rutschiger Boden rund um das Schwimmbecken, Wasserqualität im Pool).
  • Bewahren Sie alle Reinigungsprodukte in einem verschlossenen Schrank auf.
  • Entfernen Sie bei Aufstellpools nach dem Baden die Leiter.

Wie ist bei einem Badeunfall vorzugehen?

Fordern Sie unverzüglich über die Notrufnummer 144 einen Krankenwagen an. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes können Sie die folgenden Massnahmen treffen:

  • Holen Sie das Kind möglichst rasch aus dem Wasser.
  • Setzen Sie sich das Kind mit dem Rücken gegen Ihren Bauch auf die Oberschenkel und drücken Sie gegen seinen Brustkorb, damit das Wasser abfliessen kann.
  • Beatmen Sie es von Mund zu Mund. Dabei handelt es sich um eine Erste-Hilfe-Technik, die auch als künstliche Beatmung bezeichnet wird.
  • Bringen Sie das Kind in die stabile Seitenlage und achten Sie darauf, dass seine Atemwege frei sind.

Ausbildung in Erster Hilfe beim Schweizerischen Roten Kreuz

Erste Hilfe kann Leben retten: Besuchen Sie daher in Ihrer Nähe einen Nothilfekurs des Schweizerischen Roten Kreuzes.