Kleiner Leitfaden für das Desinfizieren von Wunden

Ob Erwachsene oder Kinder – ein Missgeschick ist rasch passiert! Bei einer Verletzung werden unsere Zellen unzähligen Krankheitserregern ausgesetzt. Deshalb müssen Wunden rasch versorgt werden. Mit einer geeigneten Versorgung werden die Wundheilung beschleunigt, Krankheitserreger abgetötet und die Haut geschont. Beachten Sie unsere Ratschläge, um Verletzungen richtig zu versorgen.

Enfant observant sa blessure

 

1.   Waschen Sie sich sorgfältig die Hände

Es ist wichtig, dass Sie sich die Hände gut waschen, bevor Sie die Wunde berühren: Schon kleinste Hautverletzungen sind eine Eintrittspforte für Bakterien.

2.   Entfernen Sie Fremdkörper

Falls sich Fremdkörper (Steinchen, Erde, Sand) in der Wunde befinden, sollten Sie sie mit einer Pinzette entfernen. Desinfizieren Sie die Pinzette vorher mit 60- bis 70-prozentigen Alkohol. Dieser ist wirksamer als 90-prozentiger Alkohol, da er besser durch die Zellwand der Bakterien dringt.

3.   Spülen und reinigen Sie die Wunde

Spülen Sie die Wunde mit sauberem Wasser. Reinigen Sie die Haut um die Wunde anschliessend mit einer milden, vorzugsweise unparfümierten Seife.

 Bei einer Verletzung werden unsere Zellen unzähligen Krankheitserregern ausgesetzt. Deshalb müssen Wunden rasch versorgt werden.

4.   Wählen Sie das richtige Desinfektionsmittel

Mit dem geeigneten Desinfektionsmittel lässt sich verhindern, dass sich die Krankheitserreger vermehren, und zugleich können unsere Körperzellen geschont werden. Einige Produkte wie Alkohol oder unverdünntes Betadine haben eine toxische Wirkung auf die Zellen und verzögern somit die Wundheilung. Alle Mittel, welche die Haut reizen, sollten gemieden werden.

Bestimmte Präparate wie Eosin oder Mercurochrom sind zwar für unsere Körperzellen nicht schädlich. Sie töten jedoch Krankheitserreger nicht wirksam ab. Diese Mittel dienen somit vor allem zur Behandlung der Wundränder. Das Desinfektionsmittel sollte auf die Art der Wunde abgestimmt werden, die versorgt wird:

Geschlossene Wunde (eingewachsener Nagel, Holzsplitter)

Wählen Sie ein Desinfektionsmittel mit hoher Alkoholkonzentration: Es dringt besser durch die oberste Hautschicht.

Offene Wunde oder Schürfwunde

Verwenden Sie ein alkoholfreies Desinfektionsmittel, das keine Schmerzen verursacht. Falls sich Fremdkörper in der Wunde befinden, benutzen Sie am besten eine schäumende Desinfektionslösung, bevor Sie ein stärkeres Desinfektionsmittel anwenden.

Verwenden Sie keinesfalls Desinfektionsmittel, welche die Haut verfärben (Jodderivate): Bei diesen Präparaten lässt sich die Entwicklung der Wunde weniger gut beurteilen.

5.   Verbinden Sie die Wunde

Nach dem Desinfizieren muss die Wunde verbunden werden. Der Verband schützt die verletzte Stelle während der Wundheilung vor Reibung und Bakterien und nimmt Wundsekrete auf.

Das sollten Sie vermeiden

  • Verwenden Sie nie Watte: Sie hinterlässt Fasern in der Wunde.
  • Reiben Sie die Wunde nicht, sondern tupfen Sie sie vorsichtig ab.
  • Verwenden Sie in der Wunde keinen Alkohol: Dieser löst starkes Brennen aus und verlangsamt die Wundheilung, da er die Hautzellen zerstört.

Wenden Sie sich an das Schweizerische Rote Kreuz: In verschiedenen Kursen können Sie lernen, leichte Verletzungen wie Schürfungen, kleinere Verbrennungen, Zeckenstiche usw. zu versorgen und Erste Hilfe zu leisten.