Fussball: Verletzungen vorbeugen und behandeln

Wie bei jeder Sportart treten im Fussball unweigerlich Verletzungen auf, die nicht vorhersehbar sind. Doch bekanntlich ist vorbeugen besser als heilen. Mit einigen Vorsichtsmassnahmen lassen sich zahlreiche Verletzungen vermeiden.

Eviter et soigner blessures football

Welche Verletzungen treten beim Fussballspielen am häufigsten auf?

Ob bei einem Match oder im Training: Beim Fussball kommt es häufig zu Verletzungen. Zum Glück sind sie meist harmlos oder leicht (Verstauchungen, Blutergüsse, Muskelzerrungen). Einige Verletzungen wie Bänderrisse (Kreuz- oder Seitenbänder) oder Frakturen des Fussknöchels, des Schien- oder Wadenbeins sind jedoch gravierender und benötigen mehr Zeit, um auszuheilen.

Bevor eine Fachärztin oder ein Facharzt aufgesucht wird, sollte zur Erstversorgung einer Verletzung das PECH-Schema angewandt werden:

  • P wie Pause, sofortiger Belastungsabbruch und Ruhigstellung
  • E wie Eis oder Eiswasser zum Kühlen
  • C wie Compression oder Druckverband
  • H wie Hochlagern

Auf diese Weise lassen sich nicht nur die Schmerzen wirksam lindern, sondern auch die langfristigen Folgen begrenzen.

Verstauchungen: eine Verletzung mit zwei Gesichtern

Die häufigste Verletzung im Fussball ist eine Verstauchung des Fussgelenks oder des Knies. Diese Läsion ist auf eine falsche Seitwärtsbewegung des Fusses oder des Beins bei einem abrupten Richtungswechsel zurückzuführen, zum Beispiel, wenn einem Gegner ausgewichen wird. Zudem wird Fussball auf Kunstrasen oder natürlichem Rasen gespielt, die beide rutschig sein können. Auch ein Stolpern über den Ball oder eine unglückliche Landung auf unebenem Untergrund kann zu einer Verstauchung führen.

Es werden zwei Arten von Verstauchungen unterschieden: harmlose und gravierende.

  • Eine harmlose Verstauchung heilt mehr oder weniger spontan ab, ohne dass erhebliche Folgeerscheinungen zurückbleiben. Unter Umständen muss sie in einer allgemeinärztlichen Praxis medizinisch behandelt werden.
  • Eine gravierende Verstauchung gehört hingegen in die Hände einer Fachärztin oder eines Facharztes. Bei der Festlegung der Behandlung müssen verschiedene Kriterien wie das Alter oder der Beruf der verletzten Person berücksichtigt werden. Möglicherweise entscheidet sich die Ärztin oder der Arzt, den verletzten Körperteil einfach ruhigzustellen. Anschliessend folgt eine Rehabilitationsphase. In besonders schweren Fällen kann ein chirurgischer Eingriff in Betracht gezogen werden, um die Ursache der Verstauchung grundsätzlich anzugehen.

Wird eine Verstauchung ungenügend behandelt, können Folgeerscheinungen auftreten, die kurz- und langfristig zu unerträglichen Schmerzen führen können.

Eine langwierige Sache: Bänderrisse

Eine der schwersten Verletzungen, die beim Fussball auftritt, ist ein Kreuzbandriss. Zum Glück kommt sie weniger häufig vor als eine Verstauchung. Diese Läsion erfolgt bei der Ausübung des Sports an sich: Beim Tackling und bei Richtungswechseln wird das Knie im Vergleich zu den alltäglichen Bewegungen in eine ungewöhnliche Position gebracht. Diese unregelmässige Verschiebung des Knies führt zu einer natürlichen Blockierung des Körpers, bei der die Bänder teilweise oder vollständig reissen können.

Im Spitzensport wird in solchen Fällen unverzüglich eine Operation durchgeführt. Durch diesen Eingriff wird das Knie nicht geschwächt. Im Gegenteil, durch die anschliessende Rehabilitation kann seine Funktion vollständig wiederhergestellt werden. Bei Freizeitsportlerinnen und -sportlern muss ein Bänderriss nicht unbedingt operiert werden, sondern kann auch mit konservativen Verfahren behandelt werden.

Knochenbrüche: selten, aber unangenehm

Frakturen des Knöchels, des Schien- oder Wadenbeins entstehen durch einen direkten Schlag auf das Bein.

Ein Knöchelbruch ist meist auf einen Fusstritt des Gegners in den Aussenknöchel des Fussgelenks oder das Treten des Balls bei einem starken Abstoss zurückzuführen. In der Regel wird das Fussgelenk sechs Wochen lang in einem Gips ruhiggestellt. Danach müssen während zwei Monaten Rehabilitationsmassnahmen durchgeführt werden, um die Funktion des Fussgelenks vollständig wiederherzustellen.

Schien- und Wadenbeinbrüche betreffen den Unterschenkel. Eine Schienbeinfraktur ist gravierender und schmerzhafter, weil dieser Knochen das gesamte Körpergewicht trägt. Im Vergleich dazu ist das Wadenbein ein viel zarterer Knochen. Die beiden Unterschenkelknochen sind jedoch durch eine bindegewebige Membran und durch Bänder miteinander verbunden. Ist dieser Teil des Beines betroffen, liegt meist eine Doppelfraktur von Schien- und Wadenbein vor.

Eine sogenannte «einfache» Fraktur wird konservativ behandelt. Damit sie abheilen kann, werden die Knochenteile zusammengefügt. Anschliessend kann die Bruchstelle mit einem Gips fixiert werden, bis sie wieder zusammengewachsen ist.

Ein komplizierter Bruch, d. h. wenn sich Knochenteile verschoben haben oder wenn eine offene Fraktur vorliegt, muss chirurgisch behandelt werden. In diesem Fall wird eine Osteosynthese durchgeführt: Bei einer solchen Operation werden die Bruchteile mit Metallplatten verschraubt oder mit externen Fixierungssystemen oder Marknägeln verbunden. Es kann sehr lange dauern, bis derartige Knochenbrüche ausgeheilt sind. Damit das Bein seine Funktion vollumfänglich wiedererlangen kann, sind Rehabilitationsmassnahmen notwendig.

Worauf sind Fussballverletzungen zurückzuführen?

Die gängigen Verletzungen beim Fussballspielen sind unvermeidlich und unvorhersehbar. Sie entstehen durch die ständige Wiederholung bestimmter Bewegungsabläufe im Training und bei Spielen.

Auch ein schlechter Trainingszustand und eine unzureichende Vorbereitung auf die körperliche Beanspruchung können zu Verletzungen wie Verstauchungen oder Knochenbrüchen führen. Ein Übertraining oder ein falsches Training kann den Körper ebenfalls traumatisieren und schwächen.

Weitere Faktoren, die zu lästigen Verletzungen führen können, sind die Beschaffenheit des Bodens oder des Spielfelds sowie ungeeignetes Material und eine nicht angemessene Ausrüstung. Wer einen Sport regelmässig ausübt, sollte darauf achten, dass alle körperlichen, physiologischen und psychischen Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Auch ungenügende körperliche Erholung nach der Beanspruchung kann dazu beitragen, dass sich kleine Verletzungen häufen.

Wie lassen sich Fussballverletzungen vermeiden?

Sorgen Sie nach einer Verletzung dafür, dass diese vollständig ausgeheilt ist, bevor Sie wieder Sport zu treiben beginnen. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten, ab wann Sie wieder regelmässig sportlich aktiv sein können. Wenn Sie zu rasch wieder beginnen, schwächen Sie Ihren verletzten Körperteil und die Verletzung könnte sich verschlimmern.

Ein wichtiger Aspekt, um sich vor Verletzungen zu schützen, ist die Wahl der richtigen Ausrüstung. Die Ausrüstung sollte nicht nur auf die Sportart abgestimmt werden, sondern auch auf die eigenen Bedürfnisse und – besonders im Fussball – auf die Spielposition.

Spielerinnen und Spieler sollten sowohl im Training als auch während eines Matchs Schienbeinschoner tragen. Diese absorbieren Schläge und Stösse, die sich zum Beispiel beim Tackling nicht vermeiden lassen. Ausserdem schützen sie das Schienbein vor Knochenbrüchen, da sie dem Unterschenkel festen Halt bieten. Nach einer Fussgelenkverletzung muss unbedingt ein Kompressionsstrumpf oder eine Knöchelbandage getragen werden, um den Knöchel vor Stössen und unerwünschten Bewegungen zu schützen.

Auch Torhüterinnen und Torhüter sollten eine Ausrüstung wählen, die auf ihre Aufgabe abgestimmt ist, die sich von jener der anderen Teammitglieder unterscheidet. Sie benötigen unter anderem Handschuhe sowie Kleider, die an den Knien, Hüften und Ellbogen gepolstert sind.

Um harmlose und andere Verletzungen zu vermeiden, sollten Sie sich schliesslich möglichst genau an die Spielregeln halten. Denn die Regeln dienen vor allem dazu, gefährliche Bewegungsabläufe, die zu riskanten Situationen führen könnten, zu verringern oder zu verhindern.

Und einen letzten Punkt sollten Sie weder im Freizeit- noch im Hochleistungsfussball vernachlässigen: Wärmen Sie sich immer ausreichend auf! Durch das Aufwärmen können Sie gewissen Verletzungen vorbeugen. Ausserdem hilft es Ihnen, Schläge und Stösse besser aufzufangen. Deshalb muss vor jedem Training oder Match unbedingt der ganze Körper systematisch und gründlich aufgewärmt werden.

Fordern Sie bei einer schweren Verletzung über die Notrufnummer 144 eine Ambulanz an.

Im Notfall kann eine Ausbildung in Erster Hilfe von grossem Nutzen sein. Beim Schweizerischen Roten Kreuz finden Sie einen Kurs in Ihrem Kanton!