Erste Hilfe bei Bisswunden

Bello war vorhin noch so lieb, schnappt nun aber plötzlich in Ihren Arm? In den Wanderferien im Tessin werden Sie von einer Kreuzotter in die Waden gebissen? Wissen Sie, wie reagieren? Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie sich bei Bisswunden verhalten sollten.

© SRK, Remo Nägeli

Alle Mögliche Tiere können Bisswunden verursachen. Am häufigsten sind in der Schweiz aber Bisse von Hunden und Katzen, zum Glück nur selten durch Schlangen. Besonders gefährlich sind offene Bisswunden, da durch den Speichel der Tiere Infektionskeime in die Wunde gelangen können.

Wie wird eine Bisswunde korrekt behandelt?

  • Berühren Sie die Wunde nicht mit blossen Händen sondern verwenden Sie dazu Handschuhe damit keine Keime eindringen können.
  • Waschen Sie die Wunde mit sauberem Trinkwasser aus.
  • Entfernen Sie den Körperschmuck an der betroffenen Stelle falls Schwellungen auftreten.
  • Legen Sie einen sauberen Verband an.
  • Stellen oder lagern Sie den verletzten Körperteil hoch.
  • Suchen Sie möglichst rasch einen Arzt auf.

Schlangenbisse

Mit dem Schlangenbiss gelangen Giftstoffe in den menschlichen Körper, die örtliche Reaktionen – ähnlich denen bei Insektenstichen – hervorrufen können. Daneben können Blutgerinnungsstörungen und eine Zersetzung der Blutkörperchen auftreten. Das Gift kann das Nervensystem angreifen und Muskelschwäche, Lähmungen und Gefühllosigkeit bewirken. Zum Glück führen Schlangenbisse in der Schweiz nur sehr selten zum Tod.

Wie wird ein Schlangenbiss korrekt behandelt?

  • Beruhigen Sie das Bissopfer und gehen Sie mit ihm in den Schatten. Schock und Angstzustände wirken oft gefährlicher als eine Vergiftung.
  • Nach einem Schlangenbiss sollte sich der Patient schnellstmöglich hinlegen und ausruhen. Mit einem Verband kann die Wunde ruhig gestellt und somit die Blutzirkulation verringert werden. Der Verband soll stramm sitzen, darf aber nicht drücken und die Blutzirkulation nicht abklemmen.
  • Wichtig! Schneiden Sie die Wunde nicht auf! Saugen und/oder drücken Sie die Bissstelle nicht aus!
  • Desinfizieren Sie die Bissstelle, um Wundinfektionen zu vermeiden. Achten Sie darauf, dass Sie nur farblose Desinfektionsmittel verwenden. Damit erleichtern Sie nachfolgende Untersuchungen bei der Ärztin.
  • Transportieren Sie das Bissopfer in eine Arztpraxis oder in ein Spital. Dem Bissopfer muss jede Anstrengung erspart werden: Verwenden Sie deshalb eine Trage oder rufen Sie die Rega.
  • Wichtige Informationen für die Ärzte: Genauer Ort und Zeitpunkt des Unfalls. Welche Erste-Hilfe-Massnahmen sind bereits geleistet worden. Hat das Opfer Allergien?

Wie schützt man sich vor Schlangenbisse?

  • Tragen Sie gute Schuhe und lange Hosen
  • Untersuchen Sie Ihren Rastplatz auf Schlangen
  • Passen Sie auf, wo Sie hinlangen
  • Wenn Sie im freien Übernachten: kontrollieren Sie Ihren Schlafsack, Ihre Kleider und Schuhe auf Schlangen.
  • Berühren Sie keine Schlangen
  • Erneuern Sie Ihre Tetanusimpfung regelmässig

Notfälle und Erste Hilfe

Das Rote Kreuz ist überzeugt, dass in jedem Menschen ein Held steckt und dass wir alle im Notfall fähig sein müssen, Erste Hilfe zu leisten. Neben dem Nothilfekurs bieten wir deshalb zahlreiche weitere Erste-Hilfe-Kurse an.