Die häufigsten Verletzungen bei der Gymnastik

Ab und zu kommt es beim Turnen zu einer unsanften Landung. Jede Sportlerin und jeder Sportler hat sich schon einmal verletzt. Wichtig zu wissen ist, wie sich Risiken vorbeugen lässt und wie die gängigsten Verletzungen behandelt werden. Mit unseren Tipps sind Sie für den Notfall gut gewappnet.

Typische Verletzungen beim Turnen

Gymnastik ist ein sehr ganzheitlicher Sport. Sie beansprucht den gesamten Körper: vom Kopf über die Schultern und Arme, die Bauchmuskeln und den Rücken bis zu den Beinen und Zehen. Doch beim Turnen können auch Verletzungen auftreten.

Ob als Trainer, Sportlerin oder Sportler oder als Eltern – Sie sollten in der Lage sein, Unfällen bei der Gymnastik vorzubeugen und Verletzungen zu behandeln. Bei der Gymnastik können zwei Arten von Verletzungen auftreten:

  • Akute Verletzungen: Sie ereignen sich direkt vor Ihren Augen und werden durch eine unsanfte Landung, einen Sturz oder ein Ausrutschen verursacht (Verstauchung, Knochenbruch, Verrenkung, Bänder- oder Muskelzerrung oder -riss).
  • Chronische Verletzungen: Sie entwickeln sich allmählich und sind auf eine Überbeanspruchung oder Überbelastung zurückzuführen (Periostose, Sehnenentzündung, Gelenkschmerzen).

Besonders verletzungsanfällige Körperteile

Bei der Gymnastik sind Stösse gegen das Turngerät oder harte Landungen auf der Matte keine Seltenheit. Die Gelenke werden bei dieser Sportart stark beansprucht. Zum Glück treten nur in Ausnahmefällen schwere Verletzungen wie Knochenbrüche auf. Durch ein gutes Aufwärmen der Muskeln und Gelenke sowie durch Dehnübungen nach dem Training lässt sich das Verletzungsrisiko stark verringern. Verstauchungen sind die häufigsten Verletzungen. Bei Knochenbrüchen am Handgelenk, Vorderarm oder Schienbein handelt es sich meist um Ermüdungsbrüche. Sie werden durch zu viele Trainingseinheiten verursacht, bei denen ständig die gleiche Bewegung wiederholt wird.

Besonders anfällig für Verletzungen sind die folgenden Körperteile:

  • Knie
  • Fussgelenk
  • Handgelenk und Vorderarm
  • Ellbogen
  • Finger und Zehen
  • Schienbein
  • Knochen
  • Muskeln

Wie lassen sich Verletzungen bei der Gymnastik vermeiden?

Die folgenden Verhaltensregeln gelten für alle Sportarten:

  • Wärmen Sie Ihre Muskeln vor dem Training immer gut auf.
  • Beginnen Sie behutsam, wenn Sie über längere Zeit keine Gymnastik betrieben haben.
  • Dehnen Sie Ihre Muskeln vor und nach dem Training.
  • Trinken Sie vor, während und nach der körperlichen Betätigung genügend.
  • Verteilen Sie das Training so über die Woche, dass sich die Muskeln dazwischen erholen können.
  • Passen Sie Ihre Ernährung an.

Wie wird eine Verletzung richtig behandelt?

Erster Schritt: Brechen Sie nach dem Unfall jede sportliche Betätigung sofort ab. Verzichten Sie auf Dehnübungen und ruhen Sie sich aus, damit sich die Verletzung nicht noch verschlimmert.

Zweiter Schritt: Wenden Sie Kälte an (Eis oder Kältespray) – sie lindert die Schmerzen, wirkt entzündungshemmend und fördert die Blutstillung. Vorsicht bei direktem Kontakt mit der Haut. Wickeln Sie Eiswürfel in ein Tuch und kühlen Sie die schmerzende Stelle während höchstens 10 bis 15 Minuten.

Dritter Schritt: Einbinden und hochlagern. Binden Sie das Gelenk oder den Muskel mit Hilfe einer elastischen Binde satt ein, um den Körperteil ruhigzustellen und die inneren Verletzungen zu verringern. Ziehen Sie die Binde nicht zu straff an, damit das Blut weiterhin zirkulieren kann.

Wie geht‘s danach weiter?

Überschätzen Sie Ihre Kräfte nicht! Gönnen Sie sich Ruhe. Damit die Verletzung vollständig und dauerhaft abheilen kann, müssen Sie den verletzten Körperteil unbedingt ruhigstellen. Wenn Sie unsere Ratschläge befolgen, sollten Sie nach 72 Stunden eine Besserung spüren.

Falls die Schmerzen zu stark werden, ein Körperteil anhaltend geschwollen bleibt oder ein Bluterguss nicht verschwindet, sollten Sie nicht zuwarten, sondern eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Lassen Sie sich untersuchen und bei Bedarf röntgen.

Fordern Sie im Notfall über die Nummer 144 den Rettungsdienst an.

Gut zu wissen: Der Schweizerische Samariterbund bietet verschiedene Ausbildungen in Erster Hilfe an. In diesen Kursen lernen Sie, wie Sie bei einem Notfall richtig vorgehen. Weiterführende Informationen finden Sie unter www.samariter.ch