Wie sage ich unserem Kind, dass wir uns trennen?

Für ein Kind ist es ein sehr schmerzlicher Moment, von der Trennung oder Scheidung seiner Eltern zu erfahren. Selbst wenn Sie ihm alles genau erklären, für es da sind und immer wieder mit ihm darüber sprechen, wird es traurig oder gar wütend sein und das Gefühl haben, verlassen zu werden. Sie haben verschiedene Möglichkeiten, ihm diese Zeit etwas leichter zu machen: Entscheidend ist, wie der Übergang zwischen seinem bisherigen Leben und der nahen Zukunft gestaltet wird, um Ihr Kind in seiner Trauer um die gemeinsame Familie zu unterstützen, in der es seit seiner Geburt lebt.

Nos conseils pour annoncer une séparation à vos enfants !

Wann sollte das Kind über die Trennung informiert werden?

Am besten informieren Sie Ihr Kind einige Wochen, bevor Ihr Ehepartner auszieht: Wenn Sie ihm die Trennung zu früh ankündigen, wird es das Gefühl haben, Ihr Partner werde die Familie nun doch nicht verlassen, und weiterhin auf eine Versöhnung hoffen. Damit wird es für das Kind umso schwieriger, wenn der andere Elternteil dann auszieht.

Informieren Sie das Kind aber nicht erst einige Tage oder gar nur Stunden vor der Trennung. Dann hat es zu wenig Zeit, sich mit diesem neuen Gedanken vertraut zu machen und sich daran zu gewöhnen, und der Einschnitt in sein Leben ist zu abrupt.

Wählen Sie einen ruhigen Moment, den Sie speziell dafür vorsehen, um das Thema anzusprechen. Informieren Sie Ihr Kind nicht während eines Streits mit Ihrem Ehepartner.

Wie können Sie das Thema ansprechen?

Es empfiehlt sich, das Kind gemeinsam über Ihre Trennung oder Scheidung zu informieren.

Besprechen Sie nach Möglichkeit zuvor mit Ihrem Ehepartner, wie und mit welchen Worten Sie das Kind informieren möchten. Versuchen Sie, sich vorher zu überlegen, wie Ihr Kind reagieren wird. So können Sie Ihre Reaktion darauf gemeinsam festlegen. Am wichtigsten ist, dass Sie beide das Gleiche sagen, sich vor Ihrem Kind nicht widersprechen und jeden Streit vermeiden.

Dieser Moment wird für das Kind sehr schwierig sein und es wird vielleicht anders reagieren, als Sie erwarten. Lassen Sie es seine Verzweiflung auf seine Art ausdrücken und versuchen Sie nicht, es zu beruhigen. Zeigen Sie ihm, dass Sie seinen Schmerz verstehen und dass Sie beide da sein werden, um es zu unterstützen.

Wichtig für Ihr Kind ist auch, dass Sie ihm sagen, dass es nicht für Ihre Trennung verantwortlich ist und dass Sie es immer liebhaben werden. Erklären Sie ihm, dass die Liebe zwischen Erwachsenen etwas anderes ist als die bedingungslose Liebe zwischen Eltern und Kindern. Sie können auch die nächste Zukunft ansprechen. Erklären Sie dem Kind in aller Ruhe, was sich in der Familie verändern wird: Auszug eines Ehepartners, allenfalls Umzug der Familie, Einzug eines Stiefvaters oder einer Stiefmutter… Für ein Kind ist das alles belastend und schwer zu ertragen. Erklären Sie ihm, dass diese Veränderungen notwendig ist, weil Sie nicht wie bisher weiterleben können, weil Sie den ständigen Streit nicht ertragen und weil Sie Ihre Kinder nur dann glücklich machen können, wenn Sie selbst nicht unglücklich sind.

Schliesslich ist es wichtig, den anderen Elternteil nicht schlechtzumachen: Manchmal erfolgt die Trennung zwar in gegenseitigem Einvernehmen, doch oft entschliesst sich ein Ehepartner alleine dazu. Dann ist es für den anderen Partner viel schwieriger, die Trennung zu akzeptieren. Er kann versucht sein, sich bei seinem Kind zu beklagen und den Elternteil schlechtzumachen, der sich zur Trennung entschieden hat. Eine solche Situation sollten Sie möglichst vermeiden, selbst wenn das sehr schwierig ist: Sie müssen Ihr Kind beschützen und ihm beistehen, nicht umgekehrt. Nehmen Sie bei Bedarf Hilfe von Ihrem Umfeld und psychologische Unterstützung in Anspruch, um Ihren Schmerz zu verarbeiten. Ganz gleich, was geschieht: Ihr Kind muss von beiden Eltern ein positives Bild bewahren können.

Nach dem Weggang des Vaters oder der Mutter

Das Leben der ganzen Familie hat sich verändert. Ihr Kind ist auch durch die neuen Situationen verunsichert, die sich nach der Trennung ergeben: ein Umzug und möglicherweise ein Schulwechsel, weniger Kontakt mit bestimmten Mitgliedern seiner Familie, das Fehlen gewisser Sachen, die der Ehepartner aus der Wohnung mitgenommen hat. Das genügt, um den Alltag des Kindes durcheinanderzubringen… Ganz gleich, in welcher Situation Sie sich befinden und auch wenn Sie beide stark damit beschäftigt sind, wieder Ordnung in Ihr Leben zu bringen: Versuchen Sie, Ihrem Kind möglichst viel Zeit zu widmen. So fühlt es sich weniger im Stich gelassen und sieht, dass das Leben weitergeht. Organisieren Sie Aktivitäten und Ausflüge, bitten Sie Ihr Umfeld, Ihnen zu helfen und für das Kind da zu sein, laden Sie die Freunde Ihres Kindes ein… Achten Sie aber auch darauf, sich regelmässig mit ihm auszutauschen und ihm manchmal die Möglichkeit zu geben, seinen Schmerz alleine zu verarbeiten. Das ist wichtig für das Kind.

Unter Umständen benötigt Ihr Kind eine psychologische Begleitung: Lassen Sie sich von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt beraten. Das Schweizerische Rote Kreuz bietet auch Kurse für Eltern an, in denen verschiedene Situationen mit Kindern angesprochen werden können, um den Familienalltag entspannter zu gestalten.