Wie lässt sich ein weinendes Kind beruhigen?

Säuglinge und Kinder weinen nie grundlos. In diesem Beitrag werden die verschiedenen Gründe aufgezeigt, die Ihr Kind veranlassen können, wütend zu werden, zu weinen oder zu quengeln. Und Sie erfahren, wie Sie mit Wutausbrüchen bei Ihrem Nachwuchs umgehen können. Es braucht nur wenig, um eine entspannte Atmosphäre in der Familie zu schaffen.

Fillette en pleurs

Erkennen, warum ein Säugling weint

Vor dem Alter von zwölf Monaten muss das Kind immer wieder von seinen Eltern beruhigt werden, da es noch nicht in der Lage ist, seine Gefühle zu steuern. In diesem Alter ist Weinen eines seiner wichtigsten Kommunikationsmittel. Deshalb ist es wichtig zu erkennen, weshalb das Baby weint: Hat es Hunger, ist es krank, hat es zu heiss oder zu kalt…? Lernen Sie das Weinen zu unterscheiden, damit Sie Ihr Kind beruhigen können:

  • Hunger: Der Säugling weint kurz und beginnt dann, regelmässige, lange Schreie auszustossen. Gleichzeitig streckt er die Zunge heraus und dreht den Kopf zur Seite. Seine Hände befinden sich in der Nähe des Munds.
  • Bedürfnis, getragen zu werden: Das Baby bringt sein Bedürfnis nach Zuwendung zum Ausdruck, indem es seinen Eltern mit den Augen folgt und plappert. Es stösst kurze Schreie aus, bis es in den Arm genommen wird.
  • Wärme: Schwitzen in Verbindung mit Keuchen und anschliessendem Weinen weist darauf hin, dass das Kind zu heiss hat.
  • Kälte: Kalte Hände und Füsse, Frösteln und lautes Weinen zeigen an, dass dem Säugling kalt ist.
  • Schmerzen: Die Beine sind angehoben und das Gesicht ist schmerzhaft verzerrt. Das Baby stöhnt, hält zwischendurch den Atem an und beginnt dann, laute, spitze Schreie auszustossen.

Sie werden rasch lernen zu erkennen, weshalb Ihr Kind weint. Möchten Sie noch mehr erfahren? Das Schweizerische Rote Kreuz bietet Ihnen eine ganze Palette von Kursen an, die Ihnen das Zusammenleben mit Ihrem Kind ab dem ersten Tag erleichtern.

Mit liebevoller Zuwendung lässt sich ein weinendes Kind am besten beruhigen.

Weinendes Kind

Ein Kind fühlt sich nur bei seiner Mutter wirklich sicher. Oft ist deshalb vor allem sie mit Weinen und Schreien konfrontiert, das sich das Kind bei anderen Personen nicht gestatten würde. Mit dem Weinen vor seiner Mutter kann das Kind die Gefühle zum Ausdruck bringen, die es noch nicht steuern kann. Für Erwachsene harmlose Reize wie zu viel Lärm, zu viele Menschen, zu grosse Helligkeit… können Kinder irritieren und Anspannung auslösen. Erst ab dem Alter von sechs Jahren lernt das Kind allmählich, seine Gefühle zu beherrschen.

Ein Kind weint meist, weil es müde, krank oder frustriert ist, weil es keine Aufmerksamkeit erhält oder weil es ein anderes Kind nachahmt. Auch wenn das nicht immer einfach ist, sollten Sie als Eltern versuchen, ruhig zu bleiben, um Ihrem Kind mit gutem Beispiel voranzugehen. Unabhängig davon, weshalb Ihr Kind weint, braucht es Ihre Zuwendung. Hören Sie ihm zu, trösten Sie es. Wenn Sie liebevoll auf das Kind eingehen, können Sie es am schnellsten beruhigen. Sprechen Sie mit ihm und fordern Sie es auf, sich Ihnen anzuvertrauen und klar zu sagen, was es bedrückt. Wenn Sie sich zu ihm setzen, zeigen Sie ihm, dass Sie bereit sind, sich Zeit zu nehmen. Nehmen Sie das Kind in den Arm, wenn es traurig ist.

Enfant furieuse refusant d'écouter

Wütendes Kind

Hat Ihr Kind einen Wutanfall? Vielleicht lässt es sich mit den oben aufgeführten Tipps beruhigen. Falls das nicht funktioniert, suchen Sie zusammen einen Ort auf, an dem Sie ungestört sind und sich das Kind ausweinen kann. Sobald es sich etwas beruhigt hat, können Sie mit ihm diskutieren. Geben Sie nie nach, während Ihr Kind einen Wutanfall hat: Es lernt sonst, dass Wutausbrüche ein gutes Mittel sind, um das zu erhalten, was es möchte.

Falls Sie selbst ebenfalls sehr genervt sind, lassen Sie Ihr Kind bei einer Vertrauensperson und entfernen sich einen Moment, um sich zu beruhigen. Denn wenn Sie selbst wütend sind, können Sie nicht angemessen mit Ihrem Kind kommunizieren und es wird nicht kooperativ sein.

Sobald sich die Lage beruhigt hat, erklären Sie ihm, dass sein Verhalten unpassend ist. Erklären Sie ihm, dass Wutausbrüche und Weinen keine geeigneten Kommunikationsmittel sind und dass Sie ein solches Verhalten nicht billigen. Fordern Sie das Kind auf, sein Anliegen in aller Ruhe mit Worten anzubringen. Loben Sie es für dieses Verhalten und zeigen Sie ihm, dass Sie sich darüber freuen.