Wie bringe ich mein Kind dazu, auf mich zu hören, ohne dass ich laut werden muss?

Haben Sie Schwierigkeiten, sich bei Ihrem Kind durchzusetzen, und führt jedes ernste Wort zu einem Tränenausbruch? Beeinträchtigen die Konflikte mit Ihrem Kind zunehmend die Stimmung zu Hause? Unsere einfach umsetzbaren Tipps helfen Ihnen, trotz Müdigkeit und Alltagsstress Ruhe zu bewahren und Ihre Regeln durchzusetzen, ohne laut zu werden.

Se faire obéir sans crier

Machen Sie Ihrem Kind sein Verhalten mit der richtigen Formulierung bewusst

Möchten Sie Ihrem Kind zu verstehen geben, dass Sie sein Verhalten missbilligen? Dann sprechen Sie besser in der Ich-Form und drücken Ihre Gefühle aus, statt einen direkten Vorwurf zu äussern.

Sie können das Gespräch zum Beispiel so beginnen: «Deine Reaktion macht mich traurig, denn…». Damit vermeiden Sie Formulierungen wie «Das darfst du nicht!», die Ihr Kind gegen Sie aufbringen können. Ausserdem geben Sie ihm damit eine Erklärung und die Möglichkeit, sich in Ihre Lage zu versetzen. So wird es Ihren Standpunkt besser verstehen können und eher bereit sein, ihn zu berücksichtigen.

Ein entspanntes familiäres Umfeld schaffen, das Aussprachen fördert

Kinder fühlen, wenn Erwachsene angespannt und gestresst sind. Deshalb sollten sich alle gemeinsam für eine gelassene Atmosphäre zu Hause einsetzen. Natürlich erfordert das Zeit. Berufsleben, Haushalt und weitere Faktoren führen bei den Eltern zu Stress und Müdigkeit.

Erschöpfte Eltern rasten gegenüber ihren Kindern eher aus und lösen damit unbewusst einen Teufelskreis aus.

Lassen Sie sich unter die Arme greifen: Haushalthilfe, Tagesmutter, psychologische Unterstützung, Kurse des Schweizerischen Roten Kreuzes für ElternNehmen Sie sich auch Zeit für sich selbst: Treiben Sie regelmässig Sport und pflegen Sie Ihre Hobbys.

Es gibt weitere Faktoren, die das Verhalten Ihres Kindes beeinflussen können. Haben Sie den Eindruck, dass es unruhig ist, zu wenig Geduld hat…? Fragen Sie Ihr Kind, ob es etwas Bestimmtes beschäftigt. Vielleicht hat es Schwierigkeiten in der Schule oder mit seinen Kolleginnen und Kollegen oder es spürt Ihre Ängste. Reden Sie regelmässig mit ihm, damit es aussprechen kann, was es bedrückt. Schlagen Sie ihm auch Aktivitäten ausserhalb der Schule vor, mit denen es seine Energie, seine Ängste und seine Wut loswerden kann.

Gönnen Sie sich als Familie jede Woche ruhige Momente, in denen Sie unter sich sind. Schalten Sie Telefon, Computer und Fernseher aus und unternehmen Sie zusammen etwas, um das gemeinsame Gespräch zu fördern:

  • Ein Essen im Restaurant
  • Einen Veloausflug
  • Gesellschaftsspiele
  • Basteln
  • Gärtnern
  • Einen Pyjamatag

Es geht darum, gemeinsam medienfreie Zeit zu verbringen und wieder eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen, in der alle entspannt und ohne Druck wichtige Themen ansprechen können.

Mit etwas Fantasie die ausgetretenen Pfade verlassen

Möchten Sie die Aufmerksamkeit Ihres Kindes wecken, damit es Ihre Anliegen aufnimmt? Nehmen Sie sich etwas Zeit und überlegen Sie sich originelle Möglichkeiten, die ihm wirklich Eindruck machen werden. Denken Sie an Ihre Kindheit zurück: Wahrscheinlich haben Ihnen Ihre Eltern ebenfalls Geschichten erzählt, um Sie dazu zu bringen, den Teller leer zu essen. Gehen Sie gleich vor und verbinden Sie Aufgaben, die immer wieder anfallen und die das Kind nicht besonders mag, mit angenehmen Ideen.

Möchten Sie zum Beispiel, dass Ihr Kind vor dem Essen seine Spielsachen wegräumt? Führen Sie für das Aufräumen eine spezielle Musik ein. Hört das Kind das Stück, wird es damit in Verbindung bringen, dass nun die Zeit gekommen ist, mit dem Spielen aufzuhören und sein Zimmer aufzuräumen.

Möchten Sie, dass es sich regelmässig die Zähne putzt? Weshalb geben Sie der Zahnbürste, der Zahnpasta und dem Zahnbecher nicht Vornamen und erfinden ein kleines Theaterstück?

Nehmen Sie sich ein bis zwei Stunden Zeit, um neue Abläufe einzuführen, die den Alltag angenehmer gestalten und die Fantasie Ihres Kindes fördern.