Taschengeld: weshalb, wann und wie viel?

Wenn Sie Ihrem Kind Taschengeld geben, erhält es einen gewissen Spielraum. Zudem kann es so lernen, was Dinge wert sind. Werden einige Punkte beachtet, kann Taschengeld eine gute Option sein, um den Umgang mit Geld zu vermitteln.

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Weshalb Taschengeld geben?

Wenn Sie Ihrem Kind regelmässig etwas Geld geben, kann es:

  • lernen, ein Budget zu verwalten,
  • für eine grössere Anschaffung sparen,
  • sich selbst und seinen Nächsten etwas gönnen,
  • selbstständiger werden,
  • Prioritäten setzen und Entscheidungen treffen.

Es gibt nichts Besseres, als sich gewisser Realitäten selbst bewusst zu werden und aus Erfahrung zu lernen.

Ab welchem Alter?

Warten Sie mit der Einführung von Taschengeld, bis Ihr Kind alt genug ist, um zu verstehen, was Geld überhaupt ist (mindestens), und bis es zählen und etwas rechnen kann. Sie können auch warten, bis Ihr Kind von sich aus Taschengeld verlangt, und dann mit ihm zusammen die Spielregeln festlegen. Bis dahin können Sie ihm bei besonderen Gelegenheiten wie für die Ferien eine bestimmte Summe geben. So kann es lernen, einen Geldbetrag umsichtig einzusetzen.

Wann soll ich dem Kind seinen Batzen oder seine Note geben?

Bis zum Alter von zehn Jahren ist es besser, jede Woche einen bestimmten Betrag zu geben, denn dieser Zeitraum ist für das Kind besser überschaubar. Anfangs kann das Kind sein Geld noch nicht alleine einsetzen: Begleiten Sie es deshalb zum Kiosk oder in den Laden. Mit der Zeit wird es bei seinen Einkäufen nicht mehr auf Ihre Unterstützung angewiesen sein. Jugendlichen können Sie das Geld auch monatlich auf ihr Bankkonto überweisen – so fördern Sie ihre Selbstständigkeit noch mehr.

Wie viel Taschengeld ist angemessen?

Damit das Taschengeld seinen «symbolischen» Charakter behält, reicht es, wenn Sie Ihrem Kind einen kleinen Geldbetrag geben. Auf diese Weise bringen Sie ihm wirklich bei, was Geld wert ist und was es bedeutet, für etwas, was man sich wünscht, zu sparen, um es sich leisten zu können usw. An seinem Geburtstag oder bei wichtigen Ereignissen in der Schule können Sie jedoch die Summe erhöhen.

Schätzen Sie Ihre Möglichkeiten realistisch ein und versprechen Sie keinen zu hohen Betrag, der Ihr Budget sprengt. Sie können gegenüber Ihrem Kind offen sein und ihm aufzeigen, welchen Teil Ihres Budgets Sie ihm anvertrauen, damit es lernen kann, sein eigenes Geld zu verwalten. Sie können auch vorher mit ihm darüber diskutieren, um entsprechend seinen Plänen und Einkäufen einen Betrag festzulegen.

Einige Eltern wählen übrigens eine andere Option: Sie geben dem Kind das Taschengeld für einen Einsatz, den es geleistet hat. So kann es zum Beispiel einige Batzen für die regelmässige Übernahme von Haushaltarbeiten erhalten. Das ermöglicht ihm auch, sich an den Aufgaben im Haus zu beteiligen und sich darüber klar zu werden, was seine Eltern im Alltag leisten.

Was empfehlenswert ist und was eher nicht

Gewisse Ausgaben sollten nicht aus dem Taschengeld bestritten werden: Schulmaterial, Aktivitäten, Kleider… Das hindert Sie nicht daran, Ihr Kind zu ermuntern, sich an bestimmten Ausgaben zu beteiligen – jedoch nicht, weil das notwendig ist, sondern aus pädagogischen Gründen. Deshalb ist es wichtig festzulegen, wozu das Taschengeld bestimmt ist und vor allem was das Kind damit künftig bezahlen soll. Auf diese Weise lässt sich auch bestimmen, welcher Betrag angemessen ist.

Übrigens sollten Sie die Ausgaben Ihres Kindes nicht kontrollieren – das wäre kontraproduktiv. Es wird von selbst lernen, dass ihm für den Rest des Monats nichts mehr bleibt, wenn es schon in den ersten Tagen alles für Süssigkeiten ausgibt. Lassen Sie es Verantwortung übernehmen und selbst entscheiden.

Das Taschengeld sollte nicht als eine Art Druckmittel eingesetzt werden: Belohnen Sie Ihr Kind damit nicht für gute Noten in der Schule oder für die selbstverständliche Mithilfe zu Hause (abwaschen oder Zimmer aufräumen) – abgesehen von Handreichungen oder Arbeiten, die es ausnahmsweise übernimmt.

Eine weitere Möglichkeit, aus Erfahrung zu lernen, ist der Besuch (Umgang mit Konflikten, Nothilfe, Babysitting…). So werden Ihnen die Ideen nicht ausgehen, wie Ihre Jugendlichen ihr Potenzial ausbauen können!