Stillende Mütter am Arbeitsplatz

Der bezahlte Mutterschaftsurlaub ist vorbei, das Kind aber wird weiterhin gestillt. In dieser Lage befinden sich in der Schweiz viele Mütter. Sie dürfen auch nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz stillen oder Milch abpumpen. So gelingt der Spagat.

Schweizer Kinderärzte empfehlen eine Stillzeit von mindestens sechs Monaten. Da der Mutterschaftsurlaub bereits nach vierzehn Wochen endet, stehen stillende Mütter vor der Entscheidung, ob sie abstillen, Muttermilch abpumpen und mit der Flasche füttern oder das Kind während der Arbeitszeit stillen wollen.

Das Arbeitsrecht regelt die Stillzeiten, die während der Arbeitszeit erlaubt sind, und hält Arbeitgeber dazu an, ein stillfreundliches Umfeld zu schaffen. Dazu gehört ein ruhiger, abschliessbarer Raum und die Möglichkeit, abgepumpte Milch kühl aufzubewahren.

Pro Halbtag dürfen Mütter 30 Minuten Stillzeit beziehen, ab sieben Stunden Arbeitszeit erhöht sich das Anrecht auf 90 Minuten. Es ist der Arbeitnehmerin überlassen, ob sie sich für diese Zeiten das Kind von einer Betreuungsperson zur Arbeit bringen lässt und stillt oder ob sie Milch abpumpt und später verabreicht. In der Praxis stillen viele berufstätige Mütter morgens und abends und pumpen dazwischen ab.

So gelingt das Stillen im Arbeitsalltag

Wichtig ist, bereits vor der Rückkehr an den Arbeitsplatz mit der Planung zu beginnen:

  • Informieren Sie die Vorgesetzten und regeln praktische Fragen (Stillzeit, Raumreservation).
  • Beginnen Sie rechtzeitig damit, das Kind an die Trinkflasche zu gewöhnen.
  • Besorgen Sie eine tragbare Brustpumpe und machen sich damit vertraut.
  • Besprechen Sie mit Betreuungspersonen das Handling von abgepumpter Milch.

Für einen reibungslosen Start empfiehlt es sich, fixe Stillpausen im Arbeitsablauf festzulegen. Ersatzkleidung und passendes Outfit sowie (blickdichte) Gefässe für die Milch nicht vergessen. Werden die Hygienevorschriften eingehalten, kann abgepumpte Milch drei bis vier Stunden bei Zimmertemperatur gelagert werden, für längere Zeiten ist kühle Lagerung empfohlen.

Der Prozess des Abstillens

Trotz gesetzlichem Schutz: Das Abpumpen im Arbeitsalltag fällt nicht jeder Mutter leicht. Getrennt vom Kind ist es eine Herausforderung, die Milchproduktion in Gang zu bringen. Stillexpertinnen empfehlen, eine ruhige entspannte Atmosphäre zu schaffen. Ein Bild oder Video des Kindes soll dazu beitragen, die Milchproduktion anzuregen.

Gut möglich, dass der Milchfluss von alleine zurückgeht, sobald sich die Mutter im Arbeitsumfeld befindet, oder mit der Zeit der Wunsch aufkommt, abzustillen. Ab sechs Monaten kann das Baby feste Nahrung zu sich nehmen, die nach und nach die Muttermilch ersetzen kann. Ist dies noch nicht der Fall, werden Stillmahlzeiten Schritt für Schritt durch Fertigmilch ersetzt.

In den meisten Fällen ist das Abstillen ein mehrwöchiger Prozess, an den sich beide Seiten allmählich gewöhnen. Bei Problemen hilft eine Stillberatung. Die Grundversicherung der Krankenkassen vergütet bis zu drei Stillberatungen, in denen auch Fragen zum Abstillen und Wiederaufnahme der Berufstätigkeit geklärt werden.

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