Scheinschwangerschaft besser verstehen

Von einer Scheinschwangerschaft oder Pseudogravidität spricht man, wenn eine Frau so überzeugt ist, schwanger zu sein, dass ihr Körper alle Symptom einer Schwangerschaft aufweist, obwohl keine Befruchtung stattgefunden hat. Die Scheinwangerschaft ist eine psychische Störung, die bei Frauen in jedem Alter auftreten kann.

schwangere Frau

Wie lässt sich eine Scheinschwangerschaft erkennen?

Es bestehen die gleichen Symptome wie bei einer Schwangerschaft: Übelkeit, Erbrechen, Ausbleiben der Monatsblutung, Gewichtszunahme, wachsender Bauchumfang oder gar das Gefühl, die Bewegungen des Kindes zu spüren! Die Resultate von Schwangerschaftstests im Urin oder im Blut sind jedoch negativ. Wenn Sie nicht wirklich schwanger sind und dennoch Zeichen einer Schwangerschaft an sich feststellen, kann es sich um eine Scheinschwangerschaft handeln.

Die körperlichen Symptome werden durch die Psyche gesteuert. So kann beispielsweise ein grosser Kinderwunsch typische Zeichen einer Schwangerschaft erzeugen, obwohl gar keine vorliegt.

Wenn Sie nicht sicher sind oder wenn Sie trotz einem negativen Schwangerschaftstest überzeugt sind, schwanger zu sein, sollten Sie Ihren Hausarzt oder Ihre Gynäkologin aufsuchen. Eine Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter kann genauen Aufschluss geben.

Worauf ist eine Scheinschwangerschaft zurückzuführen?

Eine Scheinschwangerschaft kann durch den Wunsch nach Kindern ausgelöst werden, aber auch durch die Angst, schwanger zu werden. Unter Umständen treten beide Ursachen gleichzeitig auf (Kinderwunsch und gleichzeitige Ängste vor einer Schwangerschaft). Von einer Scheinschwangerschaft können auch Frauen im fortgeschrittenen Alter kurz vor der Menopause betroffen sein, die sich mit dem Gedanken abfinden müssen, nie mehr Mutter werden zu können.

Ein erhöhtes Risiko für eine Scheinschwangerschaft besteht bei Frauen, die bereits Probleme im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft hatten: Abtreibung, Fehlgeburt, Eileiterschwangerschaft

Weitere Belastungsfaktoren wie Probleme in der Familie oder Partnerschaft können ebenfalls eine Rolle spielen.

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Wie reagieren?

Die Schwangerschaftssymptome verschwinden, wenn die betroffene Frau, die Realität akzeptiert und ihr psychisches Gleichgewicht wieder erlangt. In diesem Prozess können Gespräche mit einer medizinischen oder psychologischen Fachperson hilfreich sein.

Vor allem bei wiederholten Scheinschwangerschaften sollte psychologische Unterstützung in Anspruch genommen werden. Es ist wichtig, den tieferen Grund zu ermitteln, der zu den Scheinschwangerschaften geführt hat, und wieder Vertrauen in sich selbst zu fassen.