Gefährdet Haushalten die Gesundheit?

Jedes Jahr sterben in der Schweiz mehrere hundert Menschen nach einem Unfall im Haushalt. Auch gewisse Reinigungs- und Putzmittel, die im Haushalt eingesetzt werden, sind nicht unbedenklich.

Femme faisant le ménage

Mit Reinigungsmitteln verbundene Gesundheitsrisiken

Krebs und andere Krankheiten

In einer Studie hat das staatliche französische Umweltinstitut INERIS festgestellt, dass 91% der getesteten Reinigungsmittel Formaldehyd abgeben: Diese organische Verbindung gilt als krebserregend. Besonders toxisch sind Javelwasser, Fettlöser, Fensterreiniger, Abwaschmittel oder auch Waschmittel. Die flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), die freigesetzt werden, unter anderem Formaldehyd, breiten sich rasch in der Luft aus und verunreinigen sie. Diese Stoffe können bei Personen, die ihnen ausgesetzt sind, die Augen, die Mund- und Nasenschleimhaut reizen und zu Verdauungsproblemen führen.

Über 90% der Reinigungsmittel geben krebserregende Stoffe ab.

Schädigung der Haut

Zahlreiche Produkte haben eine verheerende Wirkung auf die Haut, wenn sie direkt mit ihr in Kontakt kommen: Austrocknung, Reizungen, Risse, Allergien, Brennen… Abwaschmittel reinigen nicht nur das Geschirr, sondern greifen auch den natürlichen Schutzfilm der Haut an. Deshalb empfiehlt es sich, beim Abwaschen Handschuhe zu tragen.

Verätzung des Verdauungstrakts

Die Einnahme von Reinigungsmitteln kann zu Verätzungen im Verdauungstrakt führen oder sogar tödlich sein. Kinder sind besonders gefährdet: Bringen Sie ihnen von klein auf bei, nicht mit Reinigungsmitteln zu spielen, und bewahren Sie diese Produkte ausserhalb der Reichweite von Kindern auf. Das Schweizerische Rote Kreuz kann Ihre Familie in diesem Lernprozess begleiten (Hinweis auf gefährliche Produkte, Folgen für die Gesundheit und die Umwelt…).

Enfant jouant avec produits ménagers

Für mehr Sicherheit im Haushalt

Die folgenden Tipps sollen Ihnen helfen, Ihre Wohnung weiterhin sauber zu halten und zugleich Ihre Familie und die Umwelt zu schützen:

  • Bewahren Sie Reinigungsprodukte in der Höhe und nach Möglichkeit in einem abgeschlossenen Schrank oder Raum auf. So haben Ihre Kinder keinen Zugang dazu.
  • Füllen Sie nie ein gefährliches Produkt in einen Lebensmittelbehälter wie eine Mineralwasserflasche um: Ihre Kinder könnten die falsche Flasche erwischen.
  • Tragen Sie beim Putzen am besten langärmlige Kleider (Pullover, Hose), um Ihre Haut vor Spritzern von toxischen Produkten zu schützen. Tragen Sie beim Umgang mit Reinigungsmitteln (Abwaschmittel, Fensterreiniger, Javelwasser…) zudem immer Handschuhe.
  • Wählen Sie nach Möglichkeit umweltfreundliche Produkte.
  • Oder noch besser: Stellen Sie Ihre Reinigungsmittel selbst her! Mit hausgemachten Mitteln können Sie ausserdem noch Geld sparen. Im Internet finden Sie zahlreiche Anleitungen für die Herstellung Ihres eigenen Wasch-, Geschirrspül- oder Fensterreinigungsmittels… Vielleicht entwickeln Sie daraus sogar eine spielerische Aktivität mit Ihren Kindern: Das ist eine gute Möglichkeit, um Ihren Nachwuchs für die Risiken zu sensibilisieren, die mit klassischen Reinigungsmitteln verbunden sind.