Cybermobbing bei Jugendlichen verhindern und erkennen

Was ist Cybermobbing?

Wenn eine Gruppe von Personen eine andere Person wiederholt und über längere Zeit ausgrenzt, belästigt und schikaniert, wird das als Mobbing bezeichnet. Cybermobbing ist eine Form von Mobbing, die über das Internet erfolgt, vor allem über das Teilen von diffamierenden Inhalten (Texte, Bilder und Videos) in den sozialen Netzwerken, über E-Mail oder in Internet-Foren.

Diese neuere Mobbingmethode ist besonders gravierend, weil das Web die Verbreitung von Informationen erleichtert: Die betroffene Person wird nicht mehr in einem beschränkten Kreis, sondern unter den Augen aller gemobbt. Die Schnelligkeit, mit der die Inhalte verbreitet werden, beschleunigt den Prozess und führt zu einem Schneeballeffekt.

Garçon avec téléphone portable

Jugendliche sind besonders betroffen.

Cybermobbing betrifft vor allem Jugendliche von 12 bis 18 Jahren, von denen sehr viele die sozialen Netzwerke nutzen.

Für einige Jugendliche ist das Heranwachsen eine schwierige Zeit. Dies gilt zum Beispiel für Teenager, die sich in ihrer Haut nicht wohl fühlen, Einzelgänger sind oder aus schwierigen Familienverhältnissen stammen. Sie sind für andere Jugendliche eine leichte Beute. Doch grundsätzlich kann jeder das Opfer einer Gruppe werden. In der Schweiz hat fast jeder zehnte Jugendliche schon einmal Cybermobbing in mehr oder weniger gravierender Form erlebt: kompromittierendes Foto, Beleidigungen… die Übergriffe können unterschiedliche Formen annehmen. Die provozierten und erniedrigten Opfer stürzen in ein tiefes Loch. Durch die Kombination von Mobbing und Internet verbreiten sich die Inhalte im Web sehr rasch und sind für eine grosse Zahl von Personen zugänglich. Aufgrund der Anonymität im Internet hat die Demütigung keine Grenzen mehr und für die betroffenen Jugendlichen wird das Leben sehr rasch zur Hölle.

Filles avec téléphone portable

Cybermobbing ist sehr schwer zu ertragen, vor allem, weil Jugendliche in ihrer Identität noch nicht gefestigt sind. Zudem sind das Thema und der Begriff Cybermobbing noch kaum bekannt: Oft weiss das Opfer nicht, an wen es sich wenden kann. Deshalb löst diese Form von Belästigung Ängste und psychische Beeinträchtigungen aus, die bis zum Suizid führen können.

Fast jeder zehnte Jugendliche in der Schweiz war schon einmal von Cybermobbing betroffen.

Was tun, wenn Ihr Kind Opfer von Cybermobbing wird?

Eltern und Lehrpersonen sollten die Jugendlichen über die Gefahren von Cybermobbing aufklären. Wird ein Jugendlicher in Ihrer Familie Opfer solcher Belästigungen, sollten Sie ihn auffordern, zunächst nicht auf die Übergriffe zu reagieren. Sonst könnte sich die Situation noch verschlimmern. Raten Sie ihm, alle Beweise für das Mobbing aufzubewahren.

Versuchen Sie, mit den Eltern der Täter und mit deren Lehrpersonen ein Gespräch zu führen. Höchstwahrscheinlich wissen sie nicht, was ihre Kinder oder Schüler getan haben. Ist kein Gespräch möglich, bitten Sie eine Lehrperson (oder eine Fachperson für Cybermobbing), vermittelnd einzugreifen. Meist sind sich die Personen, welche die Übergriffe begehen, nicht bewusst, welches Leid sie ihrem Opfer zufügen, und handeln unter dem Druck der Gruppe. Das Strafgesetzbuch sieht für solche Taten verschiedene Sanktionen vor.

Wenden Sie sich auch an die Verantwortlichen der Websites, auf denen die beleidigenden Inhalte verbreitet wurden, und fordern Sie sie auf, diese Inhalte zu entfernen.

Wie lässt sich Cybermobbing vorbeugen?

Falls Ihr Kind häufig im Internet unterwegs ist, sollten Sie mit ihm über Cybermobbing sprechen. Erklären Sie ihm, dass es wichtig ist, die eigene Privatsphäre zu schützen und keine zu persönlichen Inhalte zu verbreiten. Zudem sollte ihm klar werden, dass es nicht andere peinigen darf. Sie können auch einen Kurs des Schweizerischen Roten Kreuzes besuchen, um mehr über dieses Thema zu erfahren und besser informiert zu sein.

Da sich bei einem gemobbten Jugendlichen kaum Anzeichen feststellen lassen, ist Cybermobbing sehr schwer zu erkennen. Sprechen Sie deshalb möglichst viel mit Ihrem Kind, achten Sie aber zugleich seine Privatsphäre. Das ist die beste Möglichkeit, um zu erfahren, ob alles gut läuft.

Falls sich Ihr Teenager Ihnen nicht anvertraut, können Sie ihm auch raten, sich an das Schweizerische Rote Kreuz zu wenden. Dort können Jugendliche ihre Probleme mit einer Fachperson besprechen, die ihnen weiterhelfen kann.