Zwischenfälle beim Babysitten: Müssen die Eltern über alles informiert werden?

Beim Babysitten kann es vorkommen, dass sich das Kind verletzt, während Sie es betreuen. Oder es stellt eine Dummheit an oder weigert sich, Ihnen zu gehorchen. Zwar wissen Sie, wie Sie in einem solchen Fall richtig reagieren. Doch vielleicht sind Sie nicht sicher, wie Sie mit den Eltern des Kindes darüber sprechen sollen. Oder Sie fragen sich, ob Sie den Erwachsenen wirklich alles erzählen sollen. Gehören Sie eher zu denen, die über alles berichten, oder behalten Sie gewisse Dinge lieber für sich? Müssen die Eltern über alles informiert werden?

Babysitting & incidents, tout dire au parents ?

Es ist sehr wichtig, über jeden Unfall zu informieren!

Vor allem bei kleinen Kindern besteht immer ein Unfallrisiko. Eine kleine Schnittwunde, eine Schürfung oder einen blauen Fleck können Sie selbst behandeln, weil Sie in Erster Hilfe ausgebildet sind. Andere Verletzungen hingegen sind ernsthafter und können gravierende Folgen haben. Dies gilt vor allem bei einem Sturz auf der Treppe oder vom Wickeltisch, bei einer erheblichen Verbrennung (kochendes Wasser, Backofen…), einem Stromschlag oder einem Erstickungsnotfall.

Alarmieren Sie in solchen Fällen unbedingt sofort über die Nummer 144 den Rettungsdienst und verständigen Sie auch die Eltern. Haben Sie keine Angst, zum Telefon zu greifen: Das Leben eines Kindes ist in Gefahr und es geht jetzt nur darum, es zu retten.

Wichtig ist auch, dass sich die Eltern und die Babysitter mit einer Haftpflichtversicherung und einer Unfallversicherung absichern.

Schliesslich sollten Sie nie den Schweregrad eines Unfalls herunterspielen. Manchmal verletzt sich ein Kind, ohne dass in den ersten Stunden äusserlich Symptome erkennbar sind; erst Stunden oder Tage nach dem Ereignis wird festgestellt, dass das Kind dennoch schwer verletzt ist.

Ganz gleich, ob der Unfall gravierend ist oder nicht schwer zu sein scheint: Informieren Sie immer die Eltern und überlassen Sie es dem Gesundheitspersonal, eine Diagnose zu stellen.

Das Kind hat eine Dummheit angestellt oder Ihnen nicht gehorcht: Informieren Sie ebenfalls die Eltern

Wenn Sie ein Kind das erste Mal hüten, sollten Sie im Voraus mit den Eltern vereinbaren, welche Regeln in der Familie gelten. Das ist eine gute Methode, um dem Kind einen Rahmen vorzugeben. Sie können diese Regeln auch aufschreiben oder sie in Form von Zeichnungen an der Wand aufhängen. So wird dem Kind bewusst, welche Grenzen es nicht überschreiten darf. Manchmal versucht das Kind nämlich, seinen neuen Babysitter auf die Probe zu stellen: Es macht Dummheiten oder gehorcht nicht.

Mit klaren Regeln ist es für Sie einfacher, ruhig zu bleiben und sich durchzusetzen. Ist der Tag oder Abend nicht so verlaufen, wie Sie sich gewünscht haben? Sprechen Sie mit den Eltern darüber, die dann die Situation selbst regeln können: Als Babysitter haben Sie nur die Aufgabe, die Regeln der Eltern durchzusetzen. Gelingt Ihnen das nicht, müssen die Eltern Sie unterstützen.

Wir hoffen, dass Ihnen diese Tipps weiterhelfen werden! Übrigens bietet Ihnen das Schweizerische Rote Kreuz die Möglichkeit, sich in Erster Hilfe und im Babysitting auszubilden. Es organisiert auch Kurse, in denen Eltern Tipps für den Alltag mit ihren Kindern erhalten.