Hilfe bei den Hausaufgaben: Wie weit sollten Sie Ihr Kind unterstützen?

In der Schule sind die Lehrerinnen und Lehrer für die Lektionen zuständig. Doch bei den Hausaufgaben liegt die Verantwortung für die Begleitung der Kinder bei den Eltern und den Personen, die das Kind betreuen. Wie lässt sich sicherstellen, dass Ihr Kind versteht, was es zu tun hat? Und wie können Sie ihm helfen, möglichst selbstständig zu arbeiten?

Hausaufgabenhilfe

Wie können Sie Ihrem Kind helfen, bei den Hausaufgaben selbstständig zu werden?

Es ist wichtig für Ihr Kind, dass Sie es bei der Organisation seiner Arbeit unterstützen. Damit fördern Sie seine Leistungsfähigkeit und motivieren es. So wird es bessere Ergebnisse erzielen und mit der Zeit selbstständiger werden.

Sie sollten möglichst früh zusammen mit Ihrem Kind einige Regeln festlegen, damit es eine positive Einstellung entwickeln und sich im Verlauf des Schuljahres und auch während seiner gesamten Schulzeit gut organisieren kann. Es ist nicht leicht zu lernen, sich zu organisieren, um selbstständiger zu werden. Doch mit einem methodischen Vorgehen wird es dem Kind nach und nach gelingen. Deshalb hier einige Tipps:

  • Führen Sie eine Routine ein (gleicher Ort, gleiche Zeit, gleiche Dauer), damit sich das Kind Automatismen für das Arbeiten aneignen kann.
  • Erstellen Sie einen Wochen- oder Monatsplan mit allen Fächern.
  • Organisieren Sie kurze Aufgabenzeiten (abgestimmt auf das Alter).
  • Lassen Sie Ihr Kind wählen, in welcher Reihenfolge es mit seinen Hausaufgaben beginnen möchte: entweder mit dem, was ihm leicht fällt, oder mit dem, was es als besonders schwierig empfindet.
  • Wenden Sie die Methode der kleinen Schritte an (eine Aufgabe in mehrere Einzelschritte aufteilen, um dem Kind zu helfen, sich Dinge einfacher einzuprägen).
  • Überschreiten Sie die für die Hausaufgaben festgelegte Zeit nicht, um Ihr Kind nicht zu demotivieren.
  • Greifen Sie dem Lehrplan nicht vor: Lassen Sie Ihrem Kind Zeit, sich das anzueignen, was in der Schule behandelt wurde, und dem didaktischen Aufbau zu folgen, der im Lehrplan vorgesehen ist.
  • Sorgen Sie für einen positiven Abschluss der Hausaufgaben, indem Sie Ihr Kind loben.
  • Führen Sie ein kleines Ritual ein, um Ihrem Kind liebevoll zu zeigen, dass Sie stolz auf es sind. Geben Sie ihm zum Beispiel einen Kuss oder umarmen Sie es.
  • Diskutieren Sie mit ihm, erzählen Sie ihm von Ihren Erfahrungen: Verwandeln Sie die Zeit der Hausaufgaben in einen Moment der Nähe.

Beachten Sie jedoch, dass Sie Ihr Kind zwar begleiten, aber nicht an seiner Stelle die Probleme lösen sollten. Es geht darum, dem Kind Hilfestellungen zu geben, damit es seine Hausaufgaben allein erledigen kann. Wenn Sie nach einem langen Arbeitstag müde sind, könnten Sie versucht sein, die Hausaufgaben rasch für das Kind zu erledigen. Doch damit erweisen Sie niemandem einen Gefallen: Ihr Kind lernt nicht und Sie laufen Gefahr, dass Sie später mit ihm seinen Rückstand gegenüber den im Lehrplan verlangten Kenntnissen wieder aufholen müssen.

Hausaufgabenhilfe

Wie weit sollten Sie bei der Begleitung Ihres Kindes gehen?

Vermitteln Sie Ihrem Kind zunächst geeignete Methoden und stellen Sie ihm die richtigen Hilfsmittel zur Verfügung: altersgerechte Nachschlagewerke, Lernmethoden usw. Gehen Sie dann die Fächer an, in denen das Kind Schwierigkeiten hat, und bieten Sie ihm die Orientierungspunkte, die es beim Lernen benötigt. Vermeiden Sie es, ein Ritual in Form einer materiellen Belohnung oder eines Geschenks einzuführen: Ihr Kind sollte nicht das Gefühl haben, dass es jedes Mal eine Belohnung verdient, wenn es seine Hausaufgaben macht. Setzen Sie es nicht unter Druck. Wichtig ist vor allem, ihm zu zeigen, dass Sie sich für das interessieren, was es lernt. Sie können das Kind auch auf spielerische Art beim Lernen unterstützen. Lernen über das Spielen hilft Kindern, sich die wichtigen Informationen zu merken. Hat Ihr Kind Schwierigkeiten in bestimmten Fächern? Dann können Sie auch versuchen, es für spezifische Kurse anzumelden, damit es gegenüber dem Rest der Klasse nicht in Rückstand gerät. Denn manchmal hat ein Kind zwar keine besonderen Probleme, aber ein Nebenaspekt spielt eine Rolle (vielleicht funktioniert zum Beispiel die Lehrmethode der Lehrerin oder des Lehrers bei Ihrem Kind nicht richtig).

Mit der Zeit werden Sie Ihr Kind immer weniger beaufsichtigen müssen (d. h. Sie können sich von seinem Arbeitstisch entfernen, es selbstständig arbeiten lassen und ihm sagen, dass Sie bei Bedarf in der Nähe sind).

Wie vergewissern Sie sich, dass Ihr Kind seine Hausaufgaben richtig gemacht hat?

Bevor Sie mit einer neuen Lektion beginnen, sollten Sie auf die vorangegangene zurückkommen. Vergewissern Sie sich, dass Ihr Kind sie sich gut angeeignet hat und für den nächsten Lernschritt bereit ist. Fordern Sie es auf, Ihnen die Lektion mit seinen eigenen Worten zu erklären. So können Sie ihm die Aspekte, die es nicht ganz verstanden hat, nochmals erklären.

Fordern Sie Ihr Kind auf, in der Schule möglichst gut mitzumachen, und stellen Sie sicher, dass es der Lehrerin oder dem Lehrer Fragen stellt, wenn ihm etwas nicht klar ist. Denn es muss sich sein Wissen in der Schule aneignen. Zuhause muss es das tagsüber Gelernte dann praktisch anwenden.

Schalten Sie eine kurze Pause ein, wenn Sie feststellen, dass bei Ihrem Kind während den Hausaufgaben Verständnisprobleme auftreten. Geben Sie ihm danach konkrete Beispiele mit Spielsachen oder Hilfsmitteln.

Suchen Sie eine vertrauenswürdige, qualifizierte Person, um Ihr Kind zu betreuen, vor allem nach der Schule? Die Kinderbetreuung zu Hause des Schweizerischen Roten Kreuzes springt vorübergehend ein, wenn Kinder krank sind oder Eltern eine schwierige Zeit durchmachen. Die Dienstleistung wird mit speziell ausgebildeten Betreuerinnen erbracht. Mit dieser raschen und verlässlichen Lösung wird das Wohlbefinden des Kindes gewährleistet.