Fehler, die Babysitter vermeiden sollten

Es ist so weit, der grosse Tag ist da: Sie sind zum ersten Mal als Babysitter im Einsatz! Auch wenn Sie gelegentlich Ihre kleineren Geschwister gehütet haben, fühlen Sie sich vielleicht etwas nervös… Beachten Sie unsere Tipps, damit alles rundläuft.

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1.   Die Schlafenszeiten einhalten

Schlaf ist für Kinder sehr wichtig. Helfen Sie dem Kind gut zu schlafen: So verhindern Sie, dass es gereizt und quengelig ist und sich leicht ablenken lässt. Sorgen Sie dafür, dass es seine übliche Schlafenszeit am Abend und seine Ruhezeiten tagsüber einhält. Kinder, die genügend schlafen, erwachen morgens viel rascher, vertragen sich besser mit anderen Kindern und können sich in der Schule besser konzentrieren. Säuglinge im Alter von sechs bis zwölf Monaten sollten tagsüber zweimal ein Schläfchen halten: eines am Vormittag und eines am Nachmittag. Im Alter von ein bis vier Jahren benötigen Kinder mindestens einen Mittagsschlaf. Ab vier Jahren ist ein Mittagsschlaf nicht mehr unbedingt notwendig.

2.   Auf die Ernährung achten

Bevor ein Säugling alles essen kann, muss er abgestillt werden. Nicht erwerbstätige Mütter, die stillen, entwöhnen ihr Kind meist mit etwa sechs Monaten von der Brust. Dabei wird empfohlen, zunächst zwischen Schoppenmahlzeiten und kleinen Portionen gekochten und gemixten Früchten und Gemüse abzuwechseln. Manchmal verträgt das Kind ein Gemüse beim ersten Mal nicht gut. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen Früchte und Gemüse zu wählen, die besser verdaulich sind und diese fein zu mixen. Besonders gut verdaulich sind Gemüse wie Karotten, grüne Bohnen, Spinat oder geschälte, entkernte Zucchetti.

Wir empfehlen Ihnen das Kind nie zum Essen zu zwingen. Falls es sich weigert zu essen, können Sie ihm einen Milchschoppen zubereiten. Jedes Kind entwickelt sich nach seinem eigenen Rhythmus: Einige probieren sehr gerne neue Lebensmittel, andere meckern bei der kleinsten Veränderung. Das ist völlig normal und kein Anlass zu Beunruhigung.

Vor Ihrem Babysitting-Einsatz sollten Sie den Eltern einige Fragen stellen:

  • Ist das Kind auf bestimmte Lebensmittel allergisch?
  • Was isst und trinkt es am liebsten?
  • Welche Ernährungsgewohnheiten hat es seit seiner Geburt entwickelt?

So können Sie das Verhalten des Kindes besser verstehen und das richtige Vorgehen finden, wenn Schwierigkeiten auftreten.

 

3.   Babys erste Schritte

Wenn Sie ein Kind im Alter von 10 bis 18 Monaten betreuen, werden Sie vielleicht miterleben, wie es seine ersten Schritte macht. Diese Phase ist in der Entwicklung des Kindes sehr wichtig … aber auch für die Eltern (und Babysitter!), die es dabei begleiten. Die folgenden Fehler sollten Sie vermeiden, wenn Sie ein Kleinkind bei seinen ersten Schritten anleiten:

Nur keine Eile, lassen Sie dem Kind Zeit!

Drängen Sie das Kind nicht: Wenn Sie beobachten, dass es versucht alleine aufzustehen, bedeutet das noch nicht, dass es bereit ist seine ersten Schritte zu machen. Drängen Sie es nicht zum Gehen: Es könnte sich verletzen. In der Regel ist das Kind bereit, alleine zu laufen, wenn es ihm gelingt, sich an einem Gegenstand festzuhalten und einige Schritte zu machen, oder wenn es alleine aufstehen und stehen kann. Es ist nicht ratsam, das Kind an beiden Händen zu halten, um es beim Gehen zu unterstützen: Das beeinträchtigt seinen Gleichgewichtssinn. Das Kind muss sein Körperbewusstsein entwickeln und seine Grenzen kennenlernen können, ohne von Erwachsenen oder einem Hilfsmittel abhängig zu sein. Deshalb raten wir auch davon ab, einen Babywalker zu benutzen. In einem solchen Gerät nimmt das Kind zudem eine ungünstige Haltung ein und läuft unter Umständen nur auf den Zehenspitzen.

Der Babywalker vermittelt dem Kind auch einen falschen Eindruck von Distanzen und Geschwindigkeit, da es mit ihm viel rascher vorwärtskommt. Bieten Sie dem Kind stattdessen ein Spielzeug an, das es stossen kann, zum Beispiel einen kleinen Wagen.

Und bleiben Sie bei ihm, um es anzuspornen und vor Stürzen zu bewahren.

Erste Entdeckungen…

Ist es so weit – hat das Kind seine ersten Schritte getan? Wir empfehlen Ihnen, es nun verschiedene Oberflächen erkunden zu lassen: So kann es seinen Gang dem Untergrund anpassen und sein Gespür und seinen Gleichgewichtssinn schulen. Lassen Sie es im Winter über Parkett und Teppiche laufen. Und geben Sie ihm im Sommer die Möglichkeit durch Gras zu stapfen.

Wenn Sie dem Kind Schuhe und Socken ausziehen, spürt es mehr und kann sich besser bewusst werden, wie seine Füsse am Boden aufliegen.

Möchten Sie Ihre Babysitting-Kenntnisse vertiefen? Melden Sie sich für eine Ausbildung des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) an: Neben Kursen für Anfängerinnen und Anfänger organisiert das Rote Kreuz auch Fortbildungen für erfahrene Babysitter. Und sehen Sie sich die Rubrik «Hilfreiche Tipps für Babysitter» auf der Babysitting-Plattform des SRK an.

4.   Sich Respekt verschaffen

Ab dem Alter von drei Jahren fordern Kinder die elterliche Autorität heraus. Manchmal «testen» sie auch, wie weit sie bei ihrem neuen Babysitter gehen können. Deshalb ist es wichtig, die Weichen gleich bei der ersten Begegnung richtig zu stellen. Für jemanden, der nicht zur Familie gehört und noch wenig Erfahrung hat, ist es schwieriger, sich Respekt zu verschaffen.

Auch wenn das nicht immer leicht ist: Für eine gesunde Beziehung zwischen einem Kind und seinem Babysitter ist es wichtig, dass Sie selbstbewusst auftreten und ruhig bleiben. Machen Sie es sich möglichst einfach: Seien Sie konsequent, wenn das Kind eine Dummheit anstellt, aber erklären Sie ihm, weshalb Sie sein Verhalten missbilligen. Mit der Festlegung eines klaren Rahmens helfen Sie dem Kind, sich Umgangsformen anzueignen. Vor allem aber sollten Sie dem Kind verständlich machen, weshalb Ihre Regeln befolgt werden müssen. Erkundigen Sie sich bei den Eltern nach den Regeln, die in der Familie gelten: In ihrer Abwesenheit müssen Sie diese Regeln durchsetzen.

Vergessen Sie auch nicht, das Kind zu loben, wenn es etwas richtig macht. Damit helfen Sie ihm, Selbstvertrauen zu entwickeln.